Sprachtest "Deutsch Plus" für Schulanfänger
"Wer zu Schulbeginn noch nicht richtig Deutsch kann, wird es in der Schule schwer haben. Deswegen testen wir mit Deutsch Plus das sprachliche Verständnis und Ausdrucksvermögen aller Schulanfänger. Wer noch nicht ausreichend Deutsch sprechen und verstehen kann, wird in Sprachkursen gefördert", erklärte Bildungssenator Klaus Böger am Montag in Berlin.
11.10.2004 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und ForschungÜber Inhalt und Verfahren zur Sprachstandserhebung und zu den Sprachförderkursen informiert in diesen Tagen die Bildungsverwaltung die Eltern von etwa 38 000 Kindern, die im Schuljahr 2005/06 schulpflichtig werden.
Nach den Herbstferien werden alle einzuschulenden Kinder getestet - ganz gleich ob sie eine vorschulische Einrichtung besuchen oder nicht. Der Test soll noch vor der Anmeldung zur Grundschule (vom 1. bis 12.11.2004) in der Kindertagesstätte oder in der zuständigen Schule erfolgen.
Deutsch Plus gibt den Rahmen vor, wie die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder ermittelt werden. Er zeigt den Erzieherinnen und Erzieher sowie den Lehrerinnen und Lehrern, ob und wie gut das Kind Deutsch verstehen und gebrauchen kann.
Jedes Kind, bei dem deutlich wird, dass es über zu wenig Sprachkenntnisse verfügt, um am Unterricht erfolgreich teilnehmen zu können, wird bis zum Schulanfang in der Kita oder Schule gezielt sprachlich gefördert.
Um sicher zu stellen, dass jedes Kind, das es braucht, auch in den Genuss einer Sprachförderung kommt, können die Eltern auch dazu verpflichtet werden, ihre Kinder in den Sprachkurs der Schule zu schicken. Die Sprachkurse beginnen dort ab dem 1. Februar 2005 und umfassen an den fünf Werktagen jeweils zwei Unterrichtsstunden.
Sprachliche Förderung ist integraler Bestandteil vorschulischer Erziehung. Das sieht auch das neue Berliner Bildungsprogramm für Kindertagesstätten vor. Um diesen Lernprozess auch beim Übergang von Kita zu Schule fortführen zu können, soll die Sprachentwicklung künftig in "Sprachlerntagebüchern" dokumentiert werden. Die Sprachlerntagebücher werden dafür sorgen, dass sich Eltern, Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer beim Übergang des Kindes in die Schule über die Lernentwicklung jedes einzelnen Kindes austauschen.
Böger: "Mit unserem Bildungsprogramm können wir dafür sorgen, dass alle Kinder, die eine Kita besuchen, sprachlich fit für die Schule sind. Ich will aber auch die etwa 1700 Kinder erreichen, die derzeit leider noch keine vorschulischen Einrichtungen besuchen. Davon werden nach unseren Schätzungen 700 Kinder einen eindeutigen Nachholbedarf haben. Für die ziehen wir faktisch die Schulpflicht um noch ein weiteres halbes Jahr vor. Mit diesem Schritt gehört Berlin deutschlandweit zu den Vorreitern."
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