Staatssekretär Willems: "GEW dramatisiert die Zahlen der Schüler ohne Hauptschulabschluss, um die Schulstrukturdebatte einseitig und undifferenziert zu beeinflussen"

Staatssekretär Willems nahm heute zu den Äußerungen des GEW-Chefs Lippmann zur Anzahl der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss Stellung: "Ich wundere mich sehr darüber, dass die GEW die Verantwortung für die Aufgabe, jedem Schüler einen Schulabschluss zu ermöglichen, nur bei den Schulbehörden und der Politik sucht. Vielmehr ist dies eine gemeinsame Aufgabe, und zwar zu allererst der Schulen selbst und der engagierten Lehrerinnen und Lehrer und in besonderer Weise der Eltern. Die Voraussetzungen dazu sind da, vor allem durch eine sehr gute Unterrichtsversorgung."

02.10.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

In diesem Zusammenhang wies der Staatssekretär darauf hin, dass, wie die GEW sehr wohl wisse, bereits vielfältige schulfachliche Maßnahmen ergriffen und erhebliche Ressourcen eingesetzt worden sind. Diese umfassen beispielsweise die Erweiterungen der Stundenzahlen, erhöhte Zuweisungen für Förderangebote sowie die Stärkung des Praxisbezuges. Die Resultate bleiben jedoch noch hinter den Erwartungen zurück und erfordern weiteres gezieltes Vorgehen. Dazu gehört das 59,01-Millionen-Programm gegen Schulversagen.

Pauschalierte Bewertungen sind wenig hilfreich. So sind die Werte innerhalb einer Schulform zwischen einzelnen Schulen und auch innerhalb einzelner Schulen zwischen einzelnen Klassen durchaus sehr unterschiedlich. Hier gilt es, die Gründe für erfolgreiche und weniger erfolgreiche Arbeit landesweit, aber insbesondere schulkonkret festzustellen und gezielte Maßnahmen an den einzelnen Schulen zu ergreifen.

Jede Schule muss sich mit "ihren" Ergebnissen auseinandersetzen und die Ressourcen zur Förderung von abschlussgefährdeten Schülern zielgerichtet nutzen.

Generell sind insbesondere aber auch die Verbindungen zu Angeboten der Familienberatung sowie zu Jugendämtern und freien und öffentlichen Trägern der Jugendhilfe zu intensivieren und, wo immer dies möglich ist, eine regionale Partnerschaft mit der Wirtschaft zu pflegen, die durch die Bereitstellung von Praktikumsplätzen einen hohen erlebbaren Praxisbezug ermöglicht.

Fortzuführen sind in diesem Kontext auch die besonderen Lernangebote, insbesondere das Produktive Lernen, für Schülerinnen und Schüler, die für Regelschulangebote nur schwer motivierbar sind, im Übrigen eine Erfolgsgeschichte.

Staatssekretär Willems: "All dies bedeutet intensive Arbeit und langen Atem. Die Datenlage aber, wie im Beitrag der GEW, erneut allein als Anlass für eine Schulsystemdiskussion zu verwenden, statt sinnvolle Anregungen anzubieten, wird weder der Problemlage noch den bisherigen Maßnahmen und dem bisherigen Engagement der Lehrerinnen und Lehrer gerecht."

Hintergrund:

Zu den Zahlen weist das Kultusministerium auf Folgendes hin:
Im Schuljahr 2007/2008 verließen nach vorläufigen Angaben des Statistischen Landesamtes 11,1 % der Schülerinnen und Schüler die Schulen unterhalb des Hauptschulabschlusses (einschließlich der Absolventen der Förderschulen). Die Schülerzahl an den Sekundarschulen ohne Hauptschulabschluss betrug 5,1% - deutlich weniger als in den Vorjahren. Der Anteil der Abgängerinnen und Abgänger unterhalb des Hauptschulabschlusses (einschließlich Förderschulen) an der jeweiligen gleichaltrigen Bevölkerung betrug 2007/2008 12,3 % - also nicht 17 %, wie von der GEW behauptet.

Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr (10,4 %) begründet - wie oben angemerkt - weitere Anstrengungen, und zwar aller Beteiligten. Überdies hat dieser leichte Anstieg keineswegs allein schulische Ursachen.


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