START in Schleswig-Holstein: Bildungswege begleiten und Persönlichkeit fördern

- Acht engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund neu ins Programm aufgenommen - gefördert durch sechs Partner - Schülerstipendienprogramm baut auf Persönlichkeitsentwicklung und Talentförderung durch erweitertes Bildungsangebot

04.11.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Der Kreis der START-Stipendiaten in Schleswig-Holstein ist erneut gewachsen: Acht talentierte, leistungsstarke und gesellschaftlich engagierte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sind in das START-Stipendienprogramm aufgenommen worden. START möchte die Jugendlichen auf dem Weg zum Abitur unterstützen und sie damit in ihrer Integration in unsere Gesellschaft stärken. Die Aufnahmeurkunden überreichte die Ministerin für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein, Ute Erdsiek-Rave, heute im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Schleswig-Holstein-Saal des Landeshauses in Kiel. Die sechs Mädchen und zwei Jungen haben sich unter rund 60 Bewerbern durchgesetzt. Ausgewählt wurden sie von der START-Stiftung - ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung - gGmbH und der Deutsche Bank Stiftung - Stiftung Handelsbank in Lübeck, der Dräger-Stiftung, der Fielmann AG, dem Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein und der Possehl-Stiftung, die START in Schleswig-Holstein als gemeinsame Bildungsinitiative anbieten. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Alter von 15 bis 19 Jahren besuchen die Klassen 9 bis 12 in sechs Gymnasien, einer Realschule und einer Berufsfachschule. Ihre Herkunftsländer sind: Afghanistan, Georgien, Pakistan, Russland, Türkei und Vietnam.

"Ich freue mich, dass wir das START-Programm bereits zum dritten Mal ausschreiben konnten und die Gruppe der Stipendiatinnen und Stipendiaten in Schleswig-Holstein nun auf 30 anwächst. START ermöglicht es jungen Menschen, deren Familien nach Deutschland eingewandert sind, ihre besonderen Begabungen besser auszuschöpfen", sagte die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave. "Das zeigt den Zuwandererfamilien auch: Sie werden hier gebraucht, sie sind Teil der Vielfalt und des kulturellen Reichtums in Deutschland."

START zeichnet sich neben der finanziellen Unterstützung auch durch eine umfassende ideelle Förde-rung aus. Die Schülerinnen und Schüler erhalten monatlich ein Bildungsgeld in Höhe von 100 Euro, das für Bildungsausgaben wie Schulbücher, Musikunterricht oder Theaterbesuche vorgesehen ist. Die ebenfalls gestellte PC-Grundausstattung mit Internetanschluss ermöglicht unter anderem einen intensiven Austausch der Stipendiaten untereinander. Das Herzstück des Stipendiums ist die ideelle Förderung: Wahlseminare im künstlerisch-kreativen, musikalischen und naturwissenschaftlichen Bereich sollen den Jugendlichen ermöglichen, stärker ihren eigenen Interessen und Talenten nachzugehen und ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Parallel dazu werden die Schülerinnen und Schüler eine Reihe von Bildungsseminaren besuchen, die ihren schulischen Weg begleiten und eine aktive Mitwirkung am gesellschaftlichen Leben in Deutschland vermitteln sollen, wie "Demokratie und Partizipation", "Medien in Theorie und Praxis" und "Rhetorik".

Dr. Kenan Önen, Geschäftsführer der START-Stiftung gGmbH, erläuterte den Ansatz des START-Förderungskonzepts: "Die Förderung von jungen Zuwanderern durch Schaffung positiver Anreize, Motivation und Perspektiven ist ein Ansporn zur Integration und zugleich auch eine Investition in die Zukunft des Einzelnen und in die Gesellschaft."

Über die Bildungsseminare hinaus erwarten die Stipendiaten Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen, Beratungsangebote für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung sowie die Vermittlung von Praktika. Zu den gesondert in Schleswig-Holstein in diesem Jahr geplanten START-Aktivitäten zählen eine mehrstufige PC-Schulung, ein Sportseminar, ein Berufsfindungsseminar, ein Besuch der Universität Kiel, Theaterbesuche sowie eine Exkursion zur Deutschen Bank in Berlin. Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt, können aber bei anhaltend guten Leistungen und gesellschaftlichem Engagement bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden.

"Fast jedes dritte Kind unter fünf Jahren in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Man kann sich leicht ausrechnen, was es für unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft bedeuten wird, wenn es uns nicht gelingt, diese Kinder voll in Deutschland auf- und anzunehmen. Ihre Eltern sind häufig schlechter ausgebildet und häufiger arbeitslos als deutsche Eltern. Ein großer Teil der heutigen Jugendlichen aus Zuwandererfamilien hat keinen Abschluss an weiterführenden Schulen und keine abgeschlossene Ausbildung. Das ist inakzeptabel! Die START-Fördermöglichkeiten erleichtern es die-sen Familien, ihre begabten Kinder einen Schulabschluss machen zu lassen, mit dem ihnen Deutsch-land und die Welt offen stehen", so Petra Pissulla, Direktorin der Dräger-Stiftung, im Namen der START-Partner in Schleswig-Holstein.

START wurde in Schleswig-Holstein im Jahr 2006 zum ersten Mal angeboten. Dank des kontinuierlichen Engagements der sechs Projektpartner der ersten Stunden konnte das Finanzvolumen von START in Schleswig-Holstein stetig ausgebaut werden. Inzwischen beträgt es rund 600.000 Euro. Dies ist die Grundlage für die Ausweitung des Stipendiatenkreises. Mit dem neu aufgenommen Jahrgang kommen insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler in den Genuss des Stipendiums. Vier Stipendiatinnen und Stipendiaten haben bereits ihr Abitur abgelegt. In Zukunft ist die Mitwirkung zusätzlicher Unterstützer gerne gewünscht.

Die START-Stipendiatinnen und -Stipendiaten 2008:

Vorname w/m Alter Herkunftsland Wohnort
Ismail m 17 Türkei Bad Oldesloe
Bich Ngoc w 16 Vietnam Büsum
Ilya m 19 Russland Kiel
Sevgi w 17 Türkei Kiel
Tayyaba w 16 Pakistan Kiel
Eteri w 17 Georgien Meldorf
Kübra w 15 Türkei Mölln
Hossei w 16 Afghanistan Quickborn

Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung hat das START-Schülerstipendienprogramm im Jahre 2002 mit rund 20 Stipendien in Hessen begonnen. Heute unterstützen rund 100 Kooperationspartner das Pro-gramm - Stiftungen aus Deutschland und den USA, Kultusministerien, Kommunen, Privatpersonen, Unternehmen und Vereine. Damit START weiterhin wachsen und weitere Partner in das Netzwerk aufnehmen kann, hat die Gemeinnützige Hertie-Stiftung im September 2007 die START-Stiftung gGmbH als eigenständige Tochtergesellschaft gegründet. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.

Im Schuljahr 2008/2009 fördert die START-Stiftung mit ihren Partnern insgesamt rund 570 Schülerin-nen und Schüler aus über 60 Herkunftsländern. START ist in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rhein-land-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vertreten.

Kontakt:
Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein
Jochen Frese
Landeskoordinator START in Schleswig-Holstein Brunswiker Straße 16-22
24105 Kiel
Tel.: 04 31-9 88 24 09
Fax: 04 31-9 88 25 48
E-Mail:


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