Umsetzung UN-Konvention: VBE begrüßt klare Positionierung der CDU-Fraktion

"Mit dem heute vorgestellten Positionspapier hat die CDU-Fraktion gegenüber der Öffentlichkeit erneut deutlich gemacht, dass sie in den wesentlichen Aspekten mit den Positionen der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen übereinstimmt. Dies lässt einerseits hoffen, dass es doch noch zu einem breiten Konsens in dieser Frage kommen kann und belegt zugleich, wie sehr sich die FDP-Fraktion ins Abseits manövriert hat", erklärte Udo Beckmann, Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW).

22.12.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die CDU hat in ihren Positionen formuliert, dass für sie die allgemeine Schule der vorrangige Förderort ist. "Dies muss in der Konsequenz auch bedeuten, dass zukünftig nicht mehr wie bisher, die Aufgabe der Integration fast ausschließlich den Hauptschulen zugeschrieben wird", so Udo Beckmann.

Mit Blick auf das von der CDU formulierte Ziel, bereits unter den derzeitigen rechtlichen Rahmenbedingungen dem Elternwunsch bzgl. des Förderorts weitgehend Rechnung tragen zu wollen, erklärte Udo Beckmann: "Dies ist nicht zum Nulltarif zu haben. Der VBE erwartet, dass die Rahmenbedingungen für den gemeinsamen Unterricht deutlich verbessert werden."

Beckmann kritisierte, dass der gemeinsame Unterricht bisher chronisch unterfinanziert sei. Die sonderpädagogische Förderung an Regelschulen müsse daher an klare personelle und sächliche Voraussetzungen gebunden werden. Dazu gehöre die Barrierefreiheit ebenso wie die Bereitstellung umfangreicher personeller Ressourcen. Auch die präventive Arbeit in der frühkindlichen Erziehung und in den Kindertagesstätten müsse deutlich verbessert werden, um Benachteiligungen und Auswirkungen von Behinderungen frühzeitig zu begegnen. Dies alles bedeutet zusätzliche finanzielle Anstrengungen. Keinesfalls dürfe mit einer inklusiven Beschulung ein Absenken der sonderpädagogischen Förderung verbunden sein, vielmehr gelte es, diese Förderung in hoher Qualität an den Regelschulen und gegebenenfalls an den Förderschulen zu erbringen.

Beckmann abschließend: "Vor dem Hintergrund der Ratifizierung der UN-Konvention erwartet der VBE von der Landesregierung umfängliche Weichenstellungen. Dazu gehören u. a. eine am Förderbedarf jedes einzelnen Schülers orientierte sonderpädagogische Unterstützung durch entsprechend qualifizierte Lehrkräfte, Lerngruppengrößen, die individuelle Förderung ermöglichen, eine gesicherte Schulsozialarbeit sowie Sicherstellung der Unterstützung durch außerschulische Dienste."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden