"Unser Gymnasium: Schüler entwickeln Kompetenzen - Solide Allgemeinbildung sicher gestellt"

"2245 zusätzliche Lehrerstellen für alle Schularten, zusätzliche Gelder und Stellen für den Vertretungspool und für kleinere Klassen an Gymnasien, die Ausrichtung des Lehrplans auf die Entwicklung von Kompetenzen und Allgemeinbildung, die Erhaltung der Intensivierungsstunden - dies alles sind die Eckpfeiler, die das achtjährige Gymnasium erfolgreich machen", erläuterte Staatssekretär Bernd Sibler heute bei der fünften Bildungskonferenz in Würzburg.

19.06.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Im Rahmen des zweistündigen Treffens mit Lehrkräften, Schulleitern, Elternvertretern, Schülerinnen und Schülern und Vertretern der Wirtschaft stellte Sibler Neues für das achtjährige Gymnasium dar und führte einen offenen Dialog mit allen Beteiligten - über die Reform der Oberstufe, die neue Form des Abiturs, die Stundentafel und die Lehrpläne.

Schüler sollen entlastet, aber gefordert und gefördert werden

Kultusstaatssekretär Sibler verwies auf die neue Stundentafel, die für die Schüler etwas weniger verpflichtende Stunden als bisher ausweist. Intensivierungsstunden gibt es weiterhin. "Diese Art, bei halber Klassenstärke die Schüler individuell zu fördern und den Unterrichtsstoff zu vertiefen, hat sich sehr bewährt", so Sibler. "Die Zahl der Wiederholer ist von 3,1 auf 1,7 Prozent zurückgegangen. Die Schülerinnen und Schüler selbst fühlen sich in den Intensivierungsstunden mit ihrer persönlichen Lage angenommen." Die älteren Schülerinnen und Schüler sollen nach ihren eigenen Begabungen selbst entscheiden, ob sie diese Förderung brauchen. Dass das achtjährige Gymnasium eine begehrte Schulart ist, zeigen die hohen Übertrittszahlen: Der Wert von 2007 von rund 36,7 Prozent werde heuer wieder übertroffen, betonte der Staatssekretär.

Lehrplan überarbeitet: Qualität vor Quantität

Der Lehrplan für das achtjährige Gymnasium sei intensiv überprüft und insgesamt um ein Neuntel reduziert worden. Die bundesweit vereinbarten Standards werden eingehalten. Die Philosophie des Lehrplans heißt für Sibler: Exemplarisch lernen, Kompetenzen entwickeln und ein solides Wissensfundament aufbauen.
"Detailverliebtheit bringt uns nicht weiter", so Sibler. "Wir müssen darauf achten, was Universitäten und Wirtschaft - auch international - von unseren Schülerinnen und Schülern erwarten. Wir setzen in Bayern auf eine solide Allgemeinbildung und Werteerziehung in den Schulen".

Die neue Oberstufe am Gymnasium

Die Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums ist nun fertig und mit den Hochschulen und der Wirtschaft abgestimmt, so Sibler. Wichtig seien die beiden Seminare, die auf wissenschaftliches und berufsorientiertes Arbeiten vorbereiten. Für die Seminare sei eine enge Kooperation mit externen Partnern aus Hochschulen bzw. Arbeitswelt vorgesehen. Die Abiturprüfung sei auf Kernkompetenzen ausgerichtet und umfasse verpflichtend die Grundlagenfächer Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache. Zwei weitere Fächer könnten gewählt werden. Sibler: "Unsere Abiturienten brauchen ein solides Fundament an Wissen und Kompetenzen unter den Füßen und müssen für Hochschulen und Arbeitswelt vorbereitet sein".

Das Gymnasium ist nicht der einzige Weg

Um im Leben erfolgreich zu sein, sei der gymnasiale Weg nicht der einzige, betonte Sibler. Ab dem Schuljahr 2008/2009 könnten Schülerinnen und Schüler in Bayern flächendeckend über die Berufliche Oberschule gleichwertig die fachgebundene und allgemeine Hochschulreife erwerben. Jeder Meister und Techniker könne an einer Fachhochschule studieren, das verwirkliche die Gleichwertigkeit allgemeiner und beruflicher Bildung. Darüber hinaus liegt dem Staatssekretär auch die Hauptschulinitiative am Herzen. Der Ausbildungsmarkt in Bayern zeige, dass Hauptschüler in Bayern gute Chancen haben und ihr Abschluss nicht mit Hauptschulabschlüssen anderer Länder in Deutschland gleichzusetzen sei. Auch auf diesem Wege lasse sich ein erfolgreiches Berufsleben aufbauen.


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