Unter CDU-Regierung sanken qualifizierte Abschlüsse unter 73 Prozent
"Die CDU flüchtet sich in der Debatte um zukunftsfähige Schulstrukturen in Sachsen-Anhalt immer mehr in den Bereich der Mythen und Legenden", erklärte der Landesvorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt zu den heute in der "Magdeburger Volksstimme" erschienenen Äußerungen des Landeswirtschaftsministers Haseloff. "Dabei dichtet er den von SPD und LINKEN vorgeschlagenen Schulkonzepten genau die Probleme an, mit denen die CDU bei der Umsetzung der selbst geschaffenen gegliederten Schulstrukturen konfrontiert ist".
24.11.2009 Pressemeldung GEW Sachsen-AnhaltWenn der Minister tönt: "Aber wir wollen nicht die Schüler in ein neues System pressen" vergisst er geflissentlich, so Lippmann, "dass es die CDU war, die seit 2005 Schülerinnen und Schüler massenhaft und oft gegen deren Willen in die Hauptschulbildungsgänge presst." Das sei eine klare "bildungspolitische Fehlleistung", die sich heute mit zu wenigen Realschulabschlüssen – sie fielen von ca. 50 auf 42 Prozent – bitter rächt. Auch der größte Teil der besorgniserregenden hohen Zahl von Förderschülern besucht diese Schulen nicht gerade freiwillig.
"Gerade als Wirtschaftsminister müssten ihm doch die Ohren von den Klagen aus Industrie und Handwerk über die zu wenigen qualifizierten Schulabschlüsse klingen", sagte Lippmann.
Er führte weiter aus:"Wer Schüler zu einem viel zu frühen Zeitpunkt auf Schulformen aufteilt, noch dazu mit verbindlichen Empfehlungen und Zuweisungen, die den Elternwillen für die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler außer Kraft setzen, der übt Druck und Zwang aus, nicht der, der die erfolgreiche Arbeit der Grundschulen in den gemeinsamen Klassen noch einige Jahre fortsetzen will."
Als völlig absurd bezeichnete Lippmann die Behauptung von Minister Haseloff, eine längere gemeinsame Schulzeit würde zu Abituren zweiter Klasse führen. In den Schülerjahrgängen, die die gemeinsame Förderstufe durchlaufen haben, gibt es keine Hinweise auf irgendwelche Verschlechterungen bei den Abiturienten – im Gegenteil, das Abschlussniveau hat sich eher verbessert. Wenn Herr Haseloff anderes belegen könne, solle er seine Karten auf den Tisch legen, statt die Öffentlichkeit zu täuschen. Auch der "Run" auf die Gymnasien in freier Trägerschaft habe erst richtig eingesetzt, seit vor fünf Jahren das Sterben der staatlichen Gymnasien eingeleitet wurde. Auch dafür ist die CDU maßgeblich verantwortlich.
Die großen Probleme, die die regionale Wirtschaft derzeit mit den einbrechenden Absolventenzahlen aus den Realschulbildungsgängen hat, ergeben sich nur zu einem geringen Teil aus der leicht ansteigenden Zahl von Gymnasiasten. Der wesentliche Grund ist das rasante Ansteigen von Schülerinnen und Schülern, die in Förderschulen und Hauptschulbildungsgängen dieses Abschlussniveau gar nicht erreichen können oder die die Schulen ohne Abschlusserfolg mit einem Abgangszeugnis verlassen. Die Zahl liegt mittlerweile bei katastrophalen 27 Prozent eines Schuljahrganges.
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