VBE: Intelligenz ist nicht alles - künftige Erstklässler lernen mit Kopf, Herz und Hand
Jetzt im Frühjahr werden wieder die künftigen Erstklässler an den Schulen des Landes angemeldet. Da der Stichtag auf den 30. September hinausgeschoben und der "Einschulungskorridor" für sogenannte Kann-Kinder auf neun Monate ausgedehnt worden ist, können immer mehr Kinder bereits mit fünf Jahren regulär schulpflichtig werden, wenn Eltern dies so wollen und die Schulleitung keine Einwendungen hat.
19.03.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDer Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt, dass man vom Automatismus des Stichtags weggekommen ist und jetzt ganz intensiv auf das Kind achtet. Ehrgeizige Eltern sehen jedoch häufig nur die intellektuellen Vorzüge ihres Kindes und vernachlässigen die anderen Gesichtspunkte, die bei der Einschulung gleichfalls eine nicht unerhebliche Rolle spielen, wie körperliche, motorische, emotionale und soziale Faktoren. "Intelligenz ist nicht alles", so der VBE-Sprecher. Gerade Eltern von hochbegabten oder vermeintlich hochbegabten Kindern fühlen sich schnell unverstanden, denn anders als sie sehen Erzieherinnen und Kooperationslehrkräfte das Kind nicht mit der ausschließlich auf die kognitive Begabung ausgerichteten Brille. Die Begabung ist e i n e Facette der Persönlichkeit. Der Mensch ist ein soziales Wesen und auf die Zusammenarbeit mit anderen angewiesen. Neben dem Kopf gibt es auch einen Körper und eine Seele.
Der neue Bildungsplan fordert und fördert Kommunikationskompetenz in besonderem Maße. Das Lernen miteinander und voneinander geschieht verstärkt in Gruppen- oder Partnerarbeit. Gerade in der Grundschule soll der Lehrer keine Vorlesungen halten, sondern die Schüler zum gemeinsamen Beraten, Ausprobieren und Schlussfolgern ermuntern. Da haben es hochbegabte Einzelgänger oft schwerer. Sie können sich nicht so leicht in die Gruppe ein- oder unterordnen, werden verhaltensauffällig und stören die Arbeit der Mitschüler, haben bisweilen Probleme im Sport und bei Spielen. Bei der Überprüfung der Schulfähigkeit des Kindes wird deshalb nicht nur nach dessen Begabung geschaut. Körperliche Geschicklichkeit, Belastbarkeit, Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit und Frustrationstoleranz sind für eine erfolgreiche Lebensbewältigung mindestens genauso wichtig wie Intelligenz. Eine einseitige Fixierung auf den Kopf kann zu unguten Fehlentwicklungen führen.
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