Baden-Württemberg

VBE zu den Grundschulempfehlungen

Den Fokus auf die Leistungsfähigkeit der Schüler legen, nicht auf deren Leidensfähigkeit.

24.02.2017 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg
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In diesen Tagen werden die mittlerweile nicht mehr verbindlichen Grundschulempfehlungen zur weiteren Schullaufbahn der Viertklässler herausgegeben. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg appelliert in diesem Zusammenhang an die Eltern, dabei den Fokus auf die Leistungsfähigkeit der Schüler zu legen und nicht auf deren Leidensfähigkeit.

Ziel aller Bemühungen während der Grundschulzeit dürfe nicht sein, dass das Kind eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium erhalte, koste es, was es wolle. Nach Auffassung des VBE fängt der Mensch nicht erst beim Gymnasiasten an. Sogar eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium sei kein Garantieschein für ein bestandenes Abitur. Vor diesem „Traumziel“ würden acht arbeitsintensive Schuljahre liegen.

In Baden-Württemberg gibt es unter dem Motto „Kein Abschluss ohne Anschluss“ verschiedene Wege zum Abitur - etwa über die Gemeinschaftsschulen und die beruflichen Gymnasien im Anschluss an eine mit guten Noten abgeschlossene Realschule, Werkrealschule, zweijährige Berufsfachschule oder Lehre. Mittlerweile erreicht jeder Zweite die Studierfähigkeit nicht auf dem „geraden“ Weg über das allgemein bildende Gymnasium (G8). Dieser direkte Weg zur Reifeprüfung ist nicht für jedes Kind der beste, vor allem wenn der Schüler das Klassenziel stets nur mit Ach und Krach und ständiger Nachhilfe erreicht. Schulisch permanent überforderte Kinder sind frustriert, haben keine Freude am Lernen mehr und gefährden mit ständigen Streitereien über die zu große Stofffülle, zu schwierige Hausaufgaben und verhauene Klassenarbeiten den Familienfrieden.

Durch zu großen Ehrgeiz erliegen manche Eltern der Gefahr, Schulversager zu produzieren. Eltern sollten sich, so der VBE, nicht von ihren eigenen unerfüllten Karriereträumen oder von einem am Abitur ausgerichteten Prestigedenken leiten lassen, sondern sich ausschließlich an der Begabung des Kindes und dessen schulischer Leistungsfähigkeit orientieren. Auf keinen Fall sollten sie auf die vermeintlich unendliche Leidensfähigkeit des Schülers vertrauen.

Die Grundschule ist kein Vorgymnasium, sondern eine eigenständige Schulart mit einem klar definierten Bildungsauftrag. Die Lehrer wünschen sich wie die meisten Eltern auch, dass die Freude, die Neugier, die Spannung und die Begeisterung der Kinder bei der Einschulung recht lange erhalten bleiben.


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