Vertrauen in staatliche Bildung stärken
"Jeder Euro für Bildung muss zum Abbau sozialer Schranken und für mehr Durchlässigkeit nach oben führen", fordert Ludwig Eckinger, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), anlässlich des heutigen Bildungspolitischen Symposiums der Lehrerorganisation. Eckinger begrüßt in dem Zusammenhang den angekündigten Bildungsgipfel für den Herbst 2008. Der neue Bildungsbericht zeige zwar, dass erstmals in der Bildungsfinanzierung der Fokus auf Kindergärten und Grundschule und damit auf die Startphase der Bildungskarriere gelegt werde, so Eckinger, doch sei der enge Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg ungebrochen.
13.06.2008 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)Eckinger warnt, staatlichen Schulen drohe ein massiver Vertrauensverlust, wenn es nicht gelinge, die Bedingungen für individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen deutlich zu verbessern. "Der Trend zu schleichender Privatisierung von Bildung hat sich in Deutschland verstärkt, weil besser gestellte Familien für ihre Kinder fehlende staatliche Förderung durch private Angebote kompensieren", sagt der VBE-Bundesvorsitzende. "Eltern bestehen zu Recht auf dem Anspruch, dass ihr Kind die bestmögliche Förderung bekommt. Deshalb darf es keinen Rückzug des Staates aus seiner Bildungsverantwortung geben", unterstrich Ludwig Eckinger.
"Laut Bildungsbericht stieg die Zahl von Privatschulen auf allen Schulstufen innerhalb der vergangenen zehn Jahre von 2.200 auf über 3.000", so Eckinger. Auffällig seien die besonders starke Zunahme von privaten Angeboten im Förder- und im Grundschulbereich sowie die ungebrochen starke Nachfrage privater Nachhilfe. Der VBE-Bundesvorsitzende bezeichnet diese Entwicklung als "alarmierend". Sie stehe für ein ernst zu nehmendes Misstrauen gegenüber staatlichen Schulen.
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