Bayern

Weit über 4500 Lehrerstellen in Gefahr

Wie Recherchen des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) ergeben haben, plant die Staatsregierung, deutlich mehr Lehrerstellen zu sperren und zu streichen als gestern bekannt wurde. "In der Summe handelt es sich um weit über 4500 Stellen", erklärte BLLV-Präsident Klaus Wenzel heute in München. So sieht der Haushaltsentwurf für die Jahre 2011/2012 vor, allein im Volksschulbereich 1.991 Lehrerstellen zu streichen und zusätzlich bis zu 942 zu sperren.

02.02.2011 Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

An Förderschulen sollen 184 und an Realschulen 159 Lehrerinnen und Lehrer eingespart werden. An den Gymnasien stehen rund 1500 Stellen zur Disposition, obwohl es an dieser Schulart nach wie vor viele übergroße Klassen gibt. "Damit wird die pädagogische Arbeit an den Schulen in Frage gestellt. Die Behauptung der Staatsregierung, die ´demografische Rendite´ bleibe an den Schulen, ist im Falle einer Weiterverfolgung dieser Pläne unglaubwürdig. Die Bekenntnisse der Staatsregierung zu Investitionen in Bildung wären eine Irreführung von Eltern und Öffentlichkeit."

Der BLLV protestiert in aller Schärfe gegen diese Politik. "Hier wird im großen Stil auf dem Rücken der Jugend gespart, gleichzeitig aber von einem ´Aufbruch´ in Bayern gesprochen. Das ist nicht nur unglaubwürdig, sondern auch irreführend", erklärte Wenzel. Der Laie könne die Zahlenspiele der Staatsregierung nicht mehr nachvollziehen. "Es entsteht vielmehr der Eindruck, dass er mit Beteuerungen und Beschwichtigungen an den Tatsachen vorbei informiert und getäuscht werden soll." Wenzel forderte die Staatsregierung auf, umgehend von den vorgesehenen Streichungen und Stellensperrungen abzusehen. Der Bayerische Landtag müsse die Pläne der Staatsregierung bei den Haushaltsberatungen stoppen.

"Andernfalls werden Schulen ins Abseits katapultiert, die Arbeit und der Einsatz Tausender Lehrerinnen und Lehrer ad absurdum geführt und Bildung in Bayern in einem noch nie da gewesenem Ausmaß geschwächt. Wir sind entsetzt und wütend", sagte Wenzel.

Er kündigte an, allen enttäuschten und verärgerten Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit zu geben, ihrem Protest Ausdruck zu verleihen: "Wir richten im Laufe des Tages auf unserer Homepage eine Protestnote ein, die an das Kultus- und an das Finanzministerium abgeschickt werden kann. Je mehr Bürger/innen davon Gebrauch machen, desto besser."

Heute folgt auch noch eine genaue Aufstellung mit offiziellen Zahlen aus dem Doppelhaushalt als Anlage für Journalisten. Die Protestnote wird auf der BLLV- Homepage unter www.bllv.de zu finden sein.


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