Wenzel gratuliert Spaenle zum neuen Amt
Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, hat Ludwig Spaenle zur heutigen Berufung zum Kultusminister gratuliert. "Als größte und älteste Lehrerorganisation bieten wir dem neuen Minister fachliche Unterstützung und konstruktive Zusammenarbeit an. Wir erwarten, dass er sich für mehr Gerechtigkeit im bayerischen Bildungssystem einsetzen wird. Künftig müssen jeder Schülerin und jedem Schüler unabhängig von sozialem Status und Herkunft gleiche Chancen auf Bildung eingeräumt werden. Davon sind wir in Bayern immer noch meilenweit entfernt", erklärte Wenzel.
30.10.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.Grundsätzlich steht der BLLV der Berufung Spaenles positiv gegenüber: "Er hat Erfahrung im Bildungsbereich und die Diskussion um die Reform der Lehrerbildung immer konstruktiv begleitet", betonte der BLLV-Präsident. Dennoch übernimmt Spaenle kein leichtes Amt: "Viele Lehrkräfte sind von der Politik enttäuscht und fühlen sich im Stich gelassen, weil ihre Impulse wenig Gehör fanden."
Der BLLV hofft, dass sich Spaenle für deutlich verbesserte Lern- und Arbeitsbedingungen an allen bayerischen Schulen einsetzen wird. "Wir erwarten auch, dass er für mehr Anerkennung und Unterstützung der bayerischen Lehrerschaft kämpft. Künftig dürfen nicht Lehrermangel, zu große Klassen und Unterrichtsausfälle den Schulalltag prägen, sondern gezielte Förderung und Freude am Lernen. Wir brauchen endlich eine neue Lern- und Leistungskultur sowie moderne Methoden der Leistungserhebung. Im Mittelpunkt müssen individuelle Erfolge von Schülern stehen", erklärte der BLLV-Präsident. Sehr positiv wertet der BLLV die Tatsache, dass Spaenle in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Hochschulausschusses "wertvolle Erfahrungen gesammelt und wichtige Impulse gesetzt hat, die er nun in seinem neuen Tätigkeitsfeld einbringen kann."
Spaenle übernimmt das Amt in einer schul- und bildungspolitisch bewegten Zeit. Die Politik setzt sich mit dem Thema Bildung inzwischen intensiv auseinander. Der Handlungsdruck ist groß, tiefgreifende Reformen dringend erforderlich: Neben dem Abbau der sozialen Benachteiligung im Schulwesen müssen die Bildungsinvestitionen deutlich erhöht werden. Der demografische Wandel und veränderte Schülerströme erfordern pragmatische Lösungen. Wenzel: "Ganze Regionen bluten aus, zahlreiche Schulstandorte sind gefährdet oder bereits von der schulpolitischen Landkarte verschwunden. Darauf muss der neue Kultusminister reagieren."
Er ist außerdem gefordert, dem dramatischen Mangel an Fachkräften zu begegnen, "ansonsten gefährdet die sich abzeichnende Lücke an qualifiziertem Personal die bayerische Volkswirtschaft." Die Wirtschaft braucht Schulabgänger, die hoch qualifiziert sind. Möglichst alle Schüler müssen den Mittleren Schulabschluss erreichen. Aus diesem Grunde muss die frühe soziale Selektion durch die Schule endlich überwunden werden. "Es darf heute nicht mehr um Strukturen gehen, es geht vielmehr um das Überleben der Gesellschaft und die Zukunft folgender Generationen. Ideologische und rückwärtsgewandte Debatten dürfen notwendige Reformen nicht länger blockieren."
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