Zentralabitur

Für Baden-Württemberg, Bayern und das Saarland ist es ein alter Hut, für Nordrhein-Westfalen Neuland: das Zentralabitur. In Süddeutschland hat das Zentralabitur bereits eine jahrzehntelange Tradition, und in den meisten neuen Bundesländern wurden die zentralen Abschlussprüfungen bald nach der Wende eingeführt. Mittlerweile ist das Zentralabitur in beinahe allen Bundesländern die Regel oder wird es bis spätestens 2008 sein. Lediglich Rheinland-Pfalz bleibt bei den dezentralen Prüfungen.

23.01.2007 Artikel

Lange Zeit waren die zentralen Abschlussprüfungen unter deutschen Bildungsexperten umstritten. Im Gefolge der PISA-Diskussion aber wurde mehr Vergleichbarkeit gefordert, die nun durch die zentralen Prüfungen gewährleistet werden soll. Gleichzeitig wurden den Schulen mehr Freiheiten zugestanden, um die Prüfungsziele zu erreichen.

Zentral sind lediglich die schriftlichen Abi-Prüfungen. Dafür entwickeln zumeist Fachlehrer Vorschläge, aus denen dann von den Kultusministerien die endgültigen Aufgaben ausgewählt werden. Die Prüfung selbst verläuft in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. So wird in manchen Ländern – etwa in Bayern und Hessen – lediglich innerhalb der Schule oder von Kollegen einer anderen Schule zweitkorrigiert, während andere Länder bei den Zweitkorrekturen auf externe, anonymisierte Verfahren setzen.

„Mehr Gerechtigkeit“ lautete ein weiteres Argument für das Zentralabitur. Schließlich sind die Anforderungen bei diesem Verfahren für alle Schüler identisch. Nicht identisch ist allerdings die Vorbereitung durch die Schulen. Von den Schülern erfordert das Zentralabitur deswegen eine noch gründlichere Prüfungsvorbereitung, kann es doch sein, dass Stoffe abgefragt werden, die vorher nicht oder nicht ausreichend behandelt wurden. Auf diese Situation haben die Schulbuchverlage mit speziellen Lernmedien reagiert, mit denen sich die Schüler selbstständig auf die Prüfung vorbereiten können.

Ein genauer Zeitplan zur Einführung des Zentralabiturs in den einzelnen Bundesländern ist auf der Homepage der KMK abrufbar.


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