Bessere Bildung ist nationale Zukunftsvorsorge
(red) Von der frühkindlichen Sprachförderung bis zur Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) reichte das Themenspektrum auf der 334. Plenarsitzung der Kultusministerkonferenz am 09. und 10. Juni in Hannover. Der Präsident der KMK, Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann, berichtete im Anschluss an die Konferenz über Strittige und Unstrittiges.
13.06.2011 ArtikelZum Beispiel über die Implementierung der Bildungsstandards: Hier seien die Länder unterschiedlich weit. Vieles sei umgesetzt, aber, so Althusmann "in einigen Ländern gibt es immer noch ein bisschen Nachholbedarf." Die Frage sei "inwieweit wir dort den empfehlenden Charakter der Kultusministerkonferenz noch ein bisschen verbindlicher machen können."
Was im Vorfeld der KMK zum Thema erhoben wurde, auf der Konferenz selbst aber dann nur am Rand gestreift wurde: das Deutschlandabitur. Immerhin habe sich aber herausgestellt, dass sich nicht nur die B-Länder, also die Bundesländer, in denen die CDU/CSU die Regierung (mit)stellt, für ein ländergemeinsames Abitur ab 2014 engagieren. Es gebe, so Althusmann, durchaus auch einige SPD-Länder, die sich für ein bundesweites, ländergemeinsames Abitur aussprechen. Denkbar wäre ein Staatsvertrag zwischen den Ländern, der zur Zeit von den B-Ländern formuliert werde: "Vielleicht könnten sich die andern Bundesländer diesem anschließen. Ich hielte es für sehr wünschenswert."
<iframe width="484" height="305" src="http://www.youtube.com/embed/mvcD47a-UZQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe> Zentrales Thema auf dieser Konferenz war die frühkindliche Sprachförderung. "Wir müssen heute ein wenig ernüchtert feststellen, dass die Wirksamkeit einer Vielzahl von Programmen, Instrumenten, Diagnoseverfahren und Erhebungsverfahren kritisch einer Prüfung unterzogen werden muss", so der KMK-Präsident, der sich zugleich für bundesweit abgestimmte Standards bei der Sprachförderung aussprach.
Hier, bei der Grundbildung und auch bei der Weiterentwicklung der Ganztagsschulen sieht Althusmann den Bund deutlich stärker in der Pflicht – trotz Kooperationsverbots.
"Wir müssen uns auch über die finanziellen Fragen unterhalten gegebenenfalls über eine Erhöhung des Länderanteils an der Mehrwertsteuer zugunsten von besserer Bildung." Denn das sei nationale Zukunftsvorsorge.
Zum Schluss schließlich noch ein wenig Selbstkritk: Zu den Pflichten der KMK gehöre es, zu überprüfen, ob das was beschlossen wird, auch umgesetzt werde. "Da können wir mit Sicherheit immer noch schlagkräftiger werden."
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