Computernutzung wirkt sich positiv auf schulische Leistung aus
Erfahrene Computernutzer bringen in wichtigen Schulfächern bessere Leistungen. Zu dieser Einschätzung kommt der am Montag veröffentlichte OECD-Bericht "Are Students ready for a technology-rich world?". Laut OECD schnitten deutsche Schülerinnen und Schüler, die zu Hause keinen Computerzugang hatten, bei dem Mathematiktest in PISA 2003 deutlich schlechter ab als ihre Mitschüler mit PC-Zugang. Offensichtlich wird am heimischen Rechner also nicht nur gespielt: Mehr als die Hälfte aller befragten Schülerinnen und Schüler gab an, häufigen Gebrauch von Textverarbeitungsprogrammen und Suchmaschinen zu machen.
26.01.2006 Pressemeldung Schulen ans Netz e. V.Auch wenn der Zugang zu Computer und Internet in deutschen Schulen laut OECD-Bericht zwischen 2000 und 2003 enorm gestiegen ist, weist Deutschland mit 23 Prozent den geringsten Prozentsatz von 15-Jährigen auf, die den Computer mehrmals in der Woche in der Schule nutzen. Doppelt so viele deutsche Jugendliche wie im OECD-Durchschnitt müssen sich einen Computer teilen. "Wir verschenken Potenzial", bedauert Maik Lehmann, Vorstandsvorsitzender von Schulen ans Netz. "Lernleistungen können durch neue Medien verbessert werden - und diese Chance muss allen Jugendlichen offen stehen, unabhängig vom Lernort und von der sozialen Herkunft." Man dürfe daher nicht nachlassen in den Anstrengungen, Schulen zu Orten des Erwerbs von Medienkompetenz zu machen. An Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte, E-Learning-Plattformen und Unterrichtskonzepten mangelt es laut Lehmann in Deutschland nicht: Schulen ans Netz beispielsweise biete für alle Schulformen und alle Schulfächer kostenfreie Unterrichtsmaterialien an. "Die Nachfrage ist hoch: Über 500.000 Mal im Monat werden unsere Online-Materialien abgerufen", stellt Lehmann fest. Es müsse jedoch weiterhin verstärkt an der Lösung von technischen Hemmnissen in Schulen und an der Einrichtung von offenen Lernstationen mit neuen Medien gearbeitet werden.
Eine Kurzzusammenfassung des OECD-Berichts findet man unter www.oecd.org/dataoecd/49/7/36001057.pdf.
Schulen ans Netz e.V. ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Telekom AG. Der gemeinnützige Verein mit gesamtgesellschaftlichem Bildungsauftrag ist ein Kompetenzcenter für das Lehren und Lernen mit neuen Medien im schulischen Umfeld. Neben Qualifizierungsangeboten bietet Schulen ans Netz e.V. Beratungsleistungen (u.a. für Schulträger) und spezielle Internetdienste an, u.a. einen Online-Dienst für Lehrkräfte www.lehrer-online, eine Lernplattform für Jugendliche mit Migrationshintergrund (im Aufbau) und eine Mädchen-Community www.lizzynet.de.
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