Das große Reformschuljahr 2005/2006 beginnt - Hotline ab 8. August
Am 8. August beginnt in Berlin das neue Schuljahr 2005/2006. "Das Schuljahr 2005/06 ist das Schuljahr, in dem beschlossene Reformen weiter in einem Prozess umgesetzt werden. Die Schwerpunkte liegen auf der Steigerung der Schul- und der Unterrichtsqualität und der Herstellung von mehr Chancengerechtigkeit," betont Bildungssenator Klaus Böger auf einer Pressekonferenz am Freitag in Berlin. Böger: "Chancengerechtigkeit ist ein Gebot der gesellschaftlichen Fairness und der Vernunft. Wir dürfen keine Bildungsressourcen vergeuden: Besser jetzt investieren als später reparieren! Unsere Reformen beim Qualitätsmanagement werden den Unterricht spürbar verbessern. Jede Reform muss auf die Frage abgeklopft werden: Was verbessert sich im Klassenzimmer vor der Klasse?"
05.08.2005 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und ForschungAlle Interessierten können sich über das neue Schuljahr informieren: Vom 8.8. - 19.8. hat die Bildungsverwaltung eine Reformhotline unter den Rufnummer 9026-6416 und -6087 geschaltet, und zwar täglich 9 - 17 Uhr - an den Donnerstagen bis 20 Uhr.
Die zehn wichtigsten Reformen im Schuljahr 2005/06 sind:
- Nahezu alle Grundschulen in Berlin werden Ganztagsgrundschulen. Böger: "Mit einer neuen Verbindung von Bildung und Betreuung wollen wir die Qualität von Unterricht verbessern, individuelle Begabungen fördern, Bildungsbenachteiligungen ausgleichen, Unterricht und Freizeit kindgerecht gestalten und so in der Summe die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern."
- Elf Grundschulen im gebundenen Ganztagsbetrieb werden neu eingerichtet. Die Anzahl der gebundenen Ganztagsgrundschulen liegt damit jetzt bei 64. Darunter sind 18 Europaschulen (sogenannte "SESB-Schulen").
- Horte werden an die Schulen verlagert. Die Hortverlagerung an die Schulen bietet enorme Möglichkeiten zum Wohle und zur Entwicklung der Kinder - von der Essensversorgung bis zur Kooperation mit Sportvereinen und Musikschulen. Die Verlagerung der Horte an die Schulen ist eine pädagogische Veränderung - nicht sofort und auch nicht immer folgt daraus eine räumliche Verlagerung. Wichtig ist, dass Unterricht und außerunterrichtliche Angebote in der VHG und in der offenen Ganztagsgrundschule entwickelt und umgesetzt werden.
- Ab dem Schuljahr 2005/06 werden Berliner Kinder in dem Jahr eingeschult, in dem sie sechs werden. Damit wird die Schulpflicht um ein halbes Jahr vorgezogen. Das durchschnittliche Einschulungsalter sinkt von 6,7 auf 6,2 Jahre.
- Im Schuljahr 2005/06 starten alle Berliner Grundschulen mit der flexiblen Schulanfangsphase und 48 davon mit jahrgangsgemischtem Unterricht. Das jahrgangsübergreifende Lernen von Kindern mit unterschiedlichen Entwicklungs- und Lernvoraussetzungen ist für alle Kinder ein Gewinn. Diese Jahrgangsmischung wird schrittweise eingeführt und im Schuljahr 2007/08 an allen Schulen realisiert sein.
- Für die Einrichtung der flexiblen Schulanfangsphase ist die Bandbreite von bisher 23 - 29 Schüler pro Klasse (im Regelfall 26) auf 24 - 28 (im Regelfall 25) verringert worden. Schulen mit einem Anteil von Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache über 40 Prozent erhalten für die Schulanfangsphase eine Frequenzzuweisung von 20 Kindern. Sie darf allerdings höchstens bei 23 liegen.
- Berlins Hauptschüler brauchen eine deutliche und nachweisbare Steigerung der Vermittlungszahlen in die Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Dafür wird das Arbeitsprogramm Berliner Hauptschulen und jetzt gestartete Projekt "Berliner Netzwerk Hauptschulen" weiter ausgebaut.
- Um die wachsende Bildungsnachfrage nach berufsbildenden Schulen zu bewältigen, werden bis zum Jahre 2009 158 Millionen Euro aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes in berufsbildenden Schulen investiert.
- Zum Ende des Schuljahres 2005/06 wird in Berlin erstmalig der Mittlere Schulabschluss in der Form zentraler Prüfungen eingeführt. Der Mittlere Schulabschluss setzt sich zusammen aus den Prüfungsnoten und den schulischen Bewertungen des 10. Jahrgangs.
- Der Oberstufenjahrgang, der im Schuljahr 2005/2006 ins Kurssystem übergeht, ist der erste, der im März 2007 das Abitur in Deutsch oder Mathematik oder einer Fremdsprache im Zentralabitur machen wird. Die zentralen Prüfungen in Kernfächern dienen der Angleichung der Standards und der besseren Vergleichbarkeit der Prüfungsergebnisse.
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