Kultusministerin Karin Wolff: "Augenhöhe" mit anderen Bundesländern erreicht
Hessens Bildungswesen habe "von ganz unten kommend inzwischen Augenhöhe mit anderen Bundesländern erreicht", bilanzierte Kultusministerin Karin Wolff heute am Rande der Kultusministerkonferenz (KMK) in Plön: "Wir möchten Hessen zu Deutschlands Bildungsland Nummer eins machen", bekräftigte sie. Von flächendeckender Einführung der Deutsch-Vorlaufkurse für schulpflichtig werdende Kinder, über den Bildungs- und Erziehungsplan "Bildung von Anfang an", die Lehrerbildung bis hin zur Hochbegabten-Förderung nehme ihr Bundesland bereits heute eine Spitzenstellung ein, freute sich die Hessische Kultusministerin. Bei PISA- und anderen Tests sei Hessen noch keineswegs am Ziel, habe aber deutliche Fortschritte gemacht.
01.06.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenSeit der Amtsübernahme von Rot-Grün im Jahr 1999 habe die Regierung von Ministerpräsident Roland Koch 3.500 neue Lehrer- und 2.100 neue Referendarstellen geschaffen und so eine Unterrichtsgarantie verwirklicht, um den Grundunterricht laut Stundentafel "zu 100 Prozent durch Lehrerstellen abzudecken". Im nächsten Schritt will Karin Wolff zum neuen Schuljahr mit der Unterrichtsgarantie Plus für eine Verlässliche Schule sorgen. Damit in den Klassen 1 bis 10 der fast 2.000 hessischen Schulen kein Pflichtunterricht zwischen der ersten und der sechsten Stunde mehr ausfällt, hat das Land den entsprechenden Etatposten von 26 auf 42 Millionen Euro erhöht. "Unsere Schulen sind dabei, in eigener Verantwortung vor Ort qualifizierte Vertretungspools zu bilden, damit ab August auch bei Grippewellen, Wandertagen und Konferenzen keine Stunde mehr ausfällt", beschrieb die Kultusministerin "den nächsten Schritt zum Bildungsland Nummer eins".
Während unter der rot-grünen Vorgängerregierung noch wöchentlich 100 000 Stundenplan-Stunden und viele weitere Tausend Stunden durch krankheitsbedingte Abwesenheit von Lehrern ausgefallen waren, könnten Hessens Eltern bald auf Hessens Verlässliche Schule vertrauen. Karin Wolff will dieses Versprechen des Regierungsprogramms einlösen, damit "Kinder nicht wegen Unterrichtsausfalls durch unsere Städte stromern". Neben Lehrerinnen und Lehrern in Elternzeit oder Pension sowie Lehramtsstudenten könnten auch entsprechend qualifizierte Eltern, zertifizierte Vereinstrainer im Sport- beziehungsweise Handwerksmeister im Arbeitslehreunterricht kurzfristig einspringen. Darin liege ein "deutliches Plus gegenüber der bereits realisierten Unterrichtsgarantie".
"Hessen stärkt seine Hauptschüler durch ´SchuB-Klassen´, damit Schülerinnen und Schüler. in Schule und Betrieb lernen können", verwies sie auf weniger Hauptschulabgänger ohne Abschluss. Dies sei auch ein Erfolg der hessischen Integrationsbemühungen. Individuelle Förderpläne seien die Antwort des Landes auf Nichtversetzung, Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwäche. Landesweiten Abschlussprüfungen an Haupt- und Realschulen werde ab 2007 das Landesabitur folgen, erläuterte Karin Wolff. Einzigartig sei auch die Etappenlösung beim Verkürzen der Gymnasialzeit im Rahmen des "G 8"-Projekts. Seit dem Jahr 2001 habe Hessen seine Ganztagsangebote bereits mehr als verdoppelt. Die Maßnahmenpakete des Landes zur Hochbegabtenförderung, etwa in Partnerschaft mit der Wirtschaft an der Geisenheimer Internatsschule Schloss Hansenberg, stießen sogar im Ausland auf großes Interesse.
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