Zweiter Runder Tisch zum Thema "Deutsch auf dem Schulhof"
Kultusminister Helmut Rau MdL hat am Montag (24. Juli) Vertreter von Schüler- und Elternschaft, verschiedenen Verbänden und Ministerien, der Kommunalen Landesverbände, der Kirchen und weiteren Organisationen und Institutionen sowie die Ausländerbeauftragten des Landes und der Kommunen zum einem zweiten Runden Tisch zum Thema "Deutsch auf dem Schulhof" eingeladen. Ziel des erneuten Gedankenaustauschs war vorwiegend, gemeinsam über die Einbindung und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu diskutieren.
25.07.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergNeben der Vorstellung bereits bestehender Maßnahmen zur Sprachförderung wurden neue Anregungen gesammelt. Eine wichtige Rolle spiele nach Ansicht der Experten auch die Elternarbeit und die Einbeziehung der ausländischen Eltern in den Schulalltag. Den Eltern müsse besser vermittelt werden, dass ihre Mithilfe und ihr ehrenamtliches Engagement gerade im Schulleben besonders erwünscht und willkommen seien, dazu müsse auch die Elternarbeit stärker in den Blickpunkt gerückt werden. "Erfolgreiche Integrationsarbeit heißt, das schulische Umfeld, die Familie und den Stadtteil mit einzubeziehen. Diese gesellschaftliche Aufgabe können wir nur erfüllen, wenn wir alle Bereiche berücksichtigen", sagte Rau.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich beim ersten Runden Tisch im Februar darauf verständigt, von einer gesetzlich verordneten Deutsch-Pflicht auf dem Schulhof abzusehen. Zur Diskussionsgrundlage wurden den Experten beim zweiten Runden Tisch die bereits bestehenden Maßnahmen der Landesregierung zur Sprachförderung im vorschulischen und schulischen Bereich vorgestellt. Sowohl der Orientierungsplan für Kindergärten, als auch das Projekt "Schulreifes Kind", die Kooperationen zwischen Kindergärten und Grundschulen, die Grundschulförderklassen für die von der Einschulung zurückgestellten Kinder sowie die präventiven Grundsschulförderklassen für Kinder mit besonderem Förderbedarf (ein halbes Jahr vor der Einschulung) zielen verstärkt auf Sprachförderung und damit auch auf die Integration der ausländischen Kinder und Jugendlichen.
Im Bereich der schulischen Förderung spielt die differenzierte Sprachhilfe eine zentrale Rolle. Diese ist Bestandteil im Projekt "Schulanfang auf neuen Wegen", sowie bei den besonderen Förderklassen und den sonstigen Förderstunden an den Grund- und Hauptschulen. Der Bildungsplan der Grundschule leistet mit der deutschen Sprache als Unterrichtsprinzip in allen Klassenstufen einen grundlegenden Beitrag und trägt darüber hinaus mit der Pflichtfremdsprache nicht nur zum interkulturellen Lernen sondern auch zur Gesamtintegration bei. Zudem ist die Förderung von Migrantenkindern ein wesentlicher Aspekt der Bildungsplanentwicklung.
Die Experten betonen, dass Deutsch im Alltag der jungen Generation für die gelingende Integration unverzichtbar sei und der Wertschätzung und Pflege der Herkunftssprache der Migrantenkinder ein besonderer Stellenwert zukommen müsse. Sie verweisen dabei auf wissenschaftlich-empirische Befunde, nach denen gute Beherrschung und Kenntnisse über die Herkunftssprache dass Erlernen von Deutsch und sogar einer weiteren Fremdsprache erleichtern. Außerdem stellten die Rekrutierung von Lehrkräften mit Migrationshintergrund, der flächendeckende Ausbau von Ganztagsschulen und die Förderung im außerschulischen Bereich wirkungsvolle Mittel dar, Deutsch als Umgangssprache und damit die Integration der Kinder und Jugendlichen zu stärken.
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