Deutsch-türkische Expertenkommission: Vorschulische Bildung entscheidend für Schulerfolg und Integration

Eine Expertenkommission türkischer und deutscher staatlicher Bildungsexperten hat sich in Berlin drei Tage lang mit den Problemen und Chancen von Schülerinnen und Schülern mit türkischem Hintergrund im deutschen Schulunterricht auseinandergesetzt.

28.04.2006 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Die türkische Delegation wurde geleitet durch Herrn Cumaali Demirtas, stellvertretender Staatssekretär im Ministerium für Nationale Erziehung. Die Leitung der deutschen Delegation, der Vertreter der Bundesländer Berlin, Bayern, Baden-Würtemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen und des Auswärtigen Amtes angehörten, hatte Berlins Staatssekretär für Bildung, Jugend und Sport, Thomas Härtel (SPD) inne.

Staatssekretär Thomas Härtel fasste die zentralen Ergebnisse des gemeinsamen Kommuniques so zusammen: "Die türkische und die deutsche Seite stimmen darin überein, dass der vorschulischen Bildung für den Schulerfolg und Integration eine entscheidende Bedeutung zukommt. Die deutsche Seite unterstreicht, dass dabei besonderer Wert auf die Förderung der Sprachkompetenz in Deutsch gelegt werden muss."

Härtel sagte darüber hinaus: "Berlin stellt den Sprachstand von Migrantenkindern bereits im Kita-Alter fest, um diese Kinder dann gezielt fördern zu können. Wir wollen diese Kinder von klein auf durch Kita und Schule integrieren. Dies kann nur gelingen, wenn auch die Elternhäuser ihrer Rolle gerecht werden. Eltern dürfen nicht neben Schule und Kita stehen. Sie müssen erkennen, dass sie nur über frühe Bildung und Förderung ihren Kindern gerechte Chancen für eine spätere Erfüllung im Beruf geben können."

Die türkische Seite sagte ihre Unterstützung zu, in Aktivitäten und Initiativen türkische Eltern von der Notwendigkeit einer vorschulischen Bildung mit dem Erlernen der deutschen Sprache zu überzeugen. Sie wies auf die Bedeutung der Vermittlung der türkischen Muttersprache hin und begrüßte die vielen deutsch-türkischen Kindertagestätten und Europaschulen in Berlin.

Staatssekretär Thomas Härtel: "Türkisch wird an Berliner Schulen in verschiedensten Formen unterrichtet – an den Europaschulen als Zweitsprache oder als reine Fremdsprache. Wir freuen uns zu hören, dass in der Türkei immer mehr Kinder und Jugendliche Deutsch als Fremdsprache erlernen."

Staatssekretär Thomas Härtel begrüßte die gute Entwicklung der Zusammenarbeit mit der türkischen Regierung. Angesichts der überdurchschnittlich hohen Anzahl türkischer Schulabgänger ohne qualifizierten Schulabschluss wollen beide Seiten noch enger zusammenarbeiten. Härtel: "Gemeinsames Ziel ist der Erfolg der türkischen Schülerinnen und Schüler im Bildungssystem als Grundlage für ein erfolgreiches, selbstbestimmtes Leben. Darüber hinaus bietet Bildung den besten Schutz gegen Extremismus und Intoleranz."

Beide Seiten äußerten sich zufrieden über die bisherigen Kontakte zwischen türkischen und deutschen Dienststellen. Sie betonen die Bedeutung regelmäßiger gegenseitiger Kontakte für den Bildungserfolg türkischer Kinder und Jugendlicher. Sie vereinbarten, sich weiterhin gegenseitig in Bildungs- und Erziehungsfragen zu unterrichten.

Die deutsch-türkische Expertenkommission für den Unterricht türkischer Schüler tagt turnusmäßig, das jetzige Treffen war das bereits 17. in dieser Reihe.


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