Eltern setzen auf Ausbau der frühen Bildung
Wenn es um die Bildung und Betreuung ihrer Kinder geht, haben Eltern in Rheinland-Pfalz nicht nur großes Vertrauen in die Kindertagesstätten und die dort beschäftigten Erzieherinnen und Erzieher, sondern sie verknüpfen dies auch mit hohen Erwartungen. Schon in der Begleitstudie zur Einführung der Bildungs- und Erziehungsempfehlungen, die seit 2004 in den Kindertagesstätten im Einsatz sind, wurde deutlich, dass die Qualität der frühen Förderung für die Eltern eine zentrale Rolle spielt. Auch die von der Landesregierung in ihrem Programm "Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an" im Jahr 2005 gesetzten Schwerpunkte werden durchweg von den Eltern als wichtige Schritte eingestuft, wobei den bildungspolitischen Komponenten des Programms besonders hohe Bedeutung zugemessen wird. Wie bereits beim Ganztagsschulprogramm in Rheinland-Pfalz wird auch der Ausbau der frühen Förderung mit qualitativen Studien und Befragungen begleitet, um daraus Schlussfolgerungen für die Weiterentwicklung zu gewinnen. Mit einer Repräsentativbefragung von mehr als 1.000 Müttern und Vätern sowie von mehr als 600 weiteren erwachsenen Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzern hat die Gesellschaft für Politik- und Sozialforschung (polis) nun erste Ergebnisse ermittelt.
12.09.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz"Das Kindertagesstättenprogramm ,Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an´ und die damit verknüpften rechtlichen Änderungen haben bereits eindeutig zu Verbesserungen im Angebot für die frühe Bildung geführt. Ich freue mich natürlich, dass mit der jetzt vorliegenden repräsentativen Studie belegt wird, dass auch in der Bevölkerung und vor allem bei Eltern von Kleinkindern und Kindergartenkindern die Schwerpunktsetzung in diesem Programm in hohem Maße unterstützt wird", betonte Bildungs- und Jugendministerin Doris Ahnen bei der Vorstellung der polis-Studie. Der Ausbau des Bildungs- und Betreuungsangebots für Kinder unter drei Jahren, die mittlerweile flächendeckende Sprachförderung von Kindern und die intensivere Vorbereitung auf die Einschulung, die Unterstützung von Weiterbildungsangeboten für Erzieherinnen, Erzieher und auch für Personen, die sich in der Tagespflege engagieren, das Stufenprogramm für die Beitragsfreiheit von Kindergärten sowie die Ausweitung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz auf Zweijährige würden jeweils von mindestens drei Viertel aller Eltern als wichtig oder sehr wichtig eingestuft. Bei den Maßnahmen mit direktem Bildungsbezug wie der Sprachförderung oder Vorbereitung auf die Schule erreiche dieser Anteil sogar Werte bis zu 96 Prozent.
"Die wichtige Rolle von Kindertagesstätten für die Bildung und Erziehung von Kindern ist bei den Eltern im Land unumstritten", hielt Doris Ahnen fest. Erfreulich insbesondere für die Kindertagesstätten, die dort arbeitenden Erzieherinnen und Erzieher sowie die Träger der Kindertagesstätten – also vor allem Kommunen und Kirchen – sei dabei der hohe Grad an Zufriedenheit mit der Arbeit in den Kindertagesstätten insgesamt. Dies gelte auch für die Tagesmütter und Tagesväter, bei denen die Eltern in der Regel die Auswahl vornehmen oder zumindest entscheidend beteiligt sind. "Die Infrastruktur im Bereich der frühen Förderung wird von den Eltern im Großen und Ganzen als gut eingestuft, wobei durchaus Verbesserungen insbesondere bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren und in der Ganztagsbetreuung gewünscht werden. Dies deckt sich auch mit den Zielen der Landesregierung", betonte die Bildungs- und Jugendministerin.
Es sei in den vergangenen zwei Jahren nicht nur gelungen, die Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren in den Kindertagesstätten von 6,2 Prozent auf fast 13 Prozent aller Kinder in dieser Altersgruppe zu steigern, sondern zugleich sei auch der Anteil der Ganztagsplätze in Kindergärten von 18 Prozent auf mehr als 24 Prozent geklettert und die landesweite Versorgungsquote für Kindergartenkinder insgesamt über der 100-Prozent-Marke gehalten worden. Diese positive Entwicklung in der jüngeren Vergangenheit, die sich in der aktuellen Kindertagesstättenstatistik widerspiegle, müsse und solle fortgesetzt werden, unterstrich Doris Ahnen.
(Die neuesten "Keyfacts" zum Angebot der Kindertagesstätten finden sich auf dem "Kita-Server" des Landes www.kita.rlp.de unter "Daten, Fakten, Analysen")
polis-Geschäftsführer Walter Ruhland stellte die Ergebnisse der Studie im Detail vor und hielt dabei fest, die Daten zeigten einmal mehr, wie wichtig das Thema "frühe Bildung" mittlerweile nicht nur für die Eltern, sondern für die Bevölkerung insgesamt sei. Sie zeigten aber auch, dass die Schwerpunktsetzung in der rheinland-pfälzischen Landespolitik hier großen Rückhalt finde. "Die Förderung der Sprachentwicklung ist dafür ein sehr gutes Beispiel", betonte Ruhland. Die im Landesprogramm "Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an" beschlossenen Maßnahmen fänden in der Bevölkerung insgesamt eine ebenso große Zustimmung wie bei den Eltern. "Dass den Kindertagesstätten dabei von Eltern, deren Kinder entweder bereits einen Kindergarten besuchen oder kurz davor stehen, sehr viel stärker die Rolle ausgesprochener Bildungseinrichtungen zugeschrieben wird als von der erwachsenen Bevölkerung insgesamt ist ein eindeutiges Zeichen dafür dass mit der unmittelbaren persönlichen Betroffenheit auch das Bewusstsein für die Wichtigkeit und Notwendigkeit von Bildungs- und Erziehungsangeboten außerhalb der Familie zunimmt", sagte der polis-Geschäftsführer.
"Wir werden uns gemeinsam mit den Trägern von Kindertagesstätten weiter intensiv um eine qualitative Steigerung des Bildungs- und Erziehungsangebots in den Kindertagesstätten bemühen", kündigte Bildungs- und Jugendministerin Ahnen nach einer ersten Auswertung der Studie an. Das Thema stehe daher in den nächsten Tagen beim so genannten "Kita-Tag der Spitzen", an dem alle großen Trägerorganisationen beteiligt seien, ganz oben auf der Tagesordnung. Dieses Ziel verfolgten aber auch die Angebote zur Weiterqualifizierung von Sprachförderkräften sowie von Erzieherinnen oder Erziehern und der "Orientierungsrahmen zur Qualifizierung von Sprachförderkräften", der demnächst gemeinsam mit den Trägern vereinbart werde und der das bereits jetzt hohe Niveau der Fortbildungen für Sprachförderkräfte weiter steigern sowie ein Kompetenzprofil für Sprachförderkräfte als Hilfestellung für Kindertagesstätten, Träger und Jugendämter definieren solle. Die Kindertagesstätten insgesamt würden in ihrer Qualitätsentwicklung unterstützt nicht nur durch eine Fülle von Weiterbildungsangeboten und Materialien, sondern auch durch das Netz von "Konsultationskitas". Die Bildungs- und Jugendministerin resümierte: "Die Ergebnisse der polis-Studie bestärken die Landesregierung darin, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter fortzusetzen. Es ist schon viel erreicht, aber es gibt auch noch immer einiges zu tun. Wie schon beim großen Schulentwicklungsprojekt Ganztagsschule wollen wir auch im Bereich der frühen Förderung unter Rückkopplung mit den unmittelbar Betroffenen eine stetige Weiterentwicklung etablieren."
Anlage: Die Ergebnisse der polis-Befragung im Detail (s. rechte Spalte oben)
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