Expertise ergibt: Sprachförderung alleine wir keine Wunder vollbringen!
20.01.2012 Artikel
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Eine Bewertung von Sprachförderprogrammen des Berlin-Institutes kommt zu dem Schluss, dass es einer aufmerksamen Umgebung von Kindern bedarf, damit diese vielfältige Sprachanlässe in einem "Sprachbad" finden, in denen Sie Anregungen und auch individuelle Förderung erfahren können. Diese Perspektive wird der Einschätzung entgegengestellt,t, dass es zwar eine Vielzahl von Programmen gibt, die aber den Nachweis ihrer Wirksamkeit bisher nicht erbringen konnten.
In der Information des bildungsklicks wird darauf hingewiesen, dass in der Expertise u.a. folgenden Fragen nachgegangen wird "Was sind die Gründe dafür? Und wie realistisch sind die Erwartungen an die Förderung überhaupt? Welche Ansätze gibt es und wie geeignet sind sie? Das Berlin-Institut hat den aktuellen Diskurs zum Thema Integration und Sprachförderung in Deutschland zusammengefasst, ausgewertet und gesellschaftlich verortet. Als Ergebnis stellt das Discussion Paper "Dem Nachwuchs eine Sprache geben – was frühkindliche Sprachförderung leisten kann" neun Kriterien auf, die für eine gelungene Sprachförderung von zentraler Bedeutung sind. Das Discussion Paper ist mit Unterstützung der Siemens Stiftung entstanden.
Kommentar:
An Feststellungen über die Unwirksamkeit von Sprachförderprogrammen, aber vor allem auch an den Verfahren zur Messung von Sprachdefiziten, wie z.B. an dem Delfin-Verfahren in NRW, mangelt es nicht. Insofern müssten nicht nur wegen der "in den Sand gesetzten" Millionen für die unnötigen Entwicklungs- und Vorhaltekosten endlich ein Umsteuern dahingehend erfolgen, die Rahmenbedingungen für die Begleitung von Kindern zu verbessern und die Fortbildungsangebote für Erzieherinnen auszubauen.
Die von dem Berlin-Institut in dem Bericht auf Seite 18/19 beschriebenen 9 Bausteine machen entsprechend darauf aufmerksam und bestätigen die seit langem geforderte Verbesserung der "normalen Rahmenbedingungen":
- Möglichst viele Sprachanlässe schaffen und nutzen
- Das Sprachbewusstsein der ErzieherInnen kontinuierlich schärfen
- Intuitive Sprachlehrstrategien bei den Erzieherinnen (re)aktivieren
- Angemessene sprachlich Anregung bieten
- Aktivitäten in der Kleingruppe für die Sprachförderung nutzen
- Kinder individuell fördern
- Erstsprache der Kinder einbeziehen
- Eltern in die Sprachförderung einbeziehen
- Dem Spracherwerb Zeit geben
"Sprachförderung alleine wird keine Wunder vollbringen", lautet eine zentrale Einschätzung, so dass damit die Aufforderung verbunden ist, die Rahmenbedingung umfänglich zu verbessern, damit auch "nebenbei" die Sprachförderung verbessert wird, ohne natürlich die darüber hinaus erforderliche Hilfe bei Sprachstörungen überflüssig zu machen.
Weiterführende Links
- bildungsklick - Information
- Berlin-Institut Informationen
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