GEW fordert von Bund und Ländern 10 Mio. Euro für Leseförderung

"In die Leseförderung muss so viel investiert werden wie in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Gebraucht werden zumindest 10 Mio. Euro für ein Projekt der Bund-Länder-Kommission," erklärte Marianne Demmer, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), anlässlich der Frankfurter Buchmesse.

20.10.2005 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Bildungsgewerkschaft anlässlich der Frankfurter Buchmesse: Sprach- und Leseförderung ist unzureichend "Im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich wurde diese Summe für das Sinus-Förderprogramm aufgebracht, nachdem die deutschen Kinder und Jugendlichen bei internationalen Leistungsstudien schlecht abgeschnitten haben", so Demmer. "Doch was bei der Sprach- und Leseförderung geschieht, ist lächerlich. Über Workshops zum Meinungsaustausch ist die Kultusministerkonferenz (KMK) bisher nicht hinausgekommen. Die Bundesländer bringen das notwendige Geld nicht auf. Gleichzeitig lehnen sie bereit stehende Bundesmittel ab, weil sie in föderaler Eitelkeit beweisen wollen, den Bund nicht zu brauchen. Dabei ist Lesenkönnen eine Schlüsselkompetenz."

Bei der Lesekompetenz haben sich seit der PISA-Studie 2000 keinerlei signifikante Verbesserungen ergeben, vor allem nicht bei den so genannten Risikoschülern im unteren Leistungsviertel. Diesen Umstand hätten die Kultusminister bei der Bekanntgabe der PISA 2003-Ergebnisse, so die GEW-Vize, "weitgehend schamhaft verschwiegen".

Konzertierte Aktionen zur Leseförderung müssten vor allem in vier Feldern erfolgen:

  • Der Analphabetismus in Deutschland muss mit allen Mitteln bekämpft werden;
  • in den Schulen muss neben der Lesefähigkeit auch die Leselust geweckt werden; Schulen brauchen gut geführte Bibliotheken;
  • Kinder mit einer Lese-/Rechtschreibschwäche benötigen eine vom Geldbeutel der Eltern unabhängige individuelle Förderung und
  • Kinder aus Migrationsfamilien mit schlechten Deutschkenntnissen brauchen eine intensive Sprachförderung, die bereits im Kindergartenalter einsetzen muss.

Info: Die GEW selbst ist seit ihrer Gründung in der Leseförderung aktiv. Die Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der Bildungsgewerkschaft( www.ajum.de ) steht für Leseförderung von der Kita bis zur Weiterbildung. Die Arbeitsgemeinschaft setzt die seit 1893 bestehende Arbeit der traditionsreichen Jugendschriftenausschüsse (VJA) in der Deutschen Lehrerschaft fort und passt sie ständig modernen pädagogischen Bedürfnissen an. Sie hat einen hohen Stellenwert im Bildungskonzept der GEW. Die AJuM ist auf der Buchmesse auf dem Gemeinschaftsstand der Leseförderer vertreten: www.buchmarkt.de.

Seit September 2003 vergibt die AJuM monatlich den LesePeter. Diese Auszeichnung erhält abwechselnd ein Kinderbuch, ein Jugendbuch, ein Sachbuch und ein Bilderbuch, drei pro Jahr in jeder Kategorie. In kurzer Zeit hat sich der LesePeter einen guten Namen erworben. Er gilt als Garant für ein qualitativ gutes Buch. Die aktuelle Rezension ist unter www.LesePeter.de abrufbar, von dort aus können aber auch die Rezensionen aller bisherigen Auszeichnungen eingesehen werden.


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