Arbeitsbedingungen

GEW Rheinland-Pfalz fordert besseren Gesundheitsschutz in Kitas

Wer gute frühkindliche Bildung will, muss die Gesundheit der Beschäftigten schützen. Unter diesem Leitgedanken kommen heute (25.08.2026) rund 300 Kita-Beschäftigte zum Tag der frühkindlichen Bildung 2026 der GEW Rheinland-Pfalz an der Universität Koblenz zusammen.

25.08.2026 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-Pfalz
  • Eine pädagogische Fachkraft spielt mit Kindern im Garten. © Adobe Stock Auswertungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aus dem Jahr 2025 weisen darauf hin, dass Erzieher:innen überdurchschnittlich häufig körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt sind.

Im Mittelpunkt stehen die hohen körperlichen und psychischen Belastungen im Kita-Alltag sowie die Frage, was Träger, Arbeitgeber, Teams und Beschäftigte konkret für gesunde Arbeitsbedingungen tun können.

Wie können Beschäftigte in Kindertagesstätten gesund arbeiten und langfristig gesund bleiben? Mit dieser Frage beschäftigt sich heute der Tag der frühkindlichen Bildung 2026 der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Rheinland-Pfalz an der Universität Koblenz. Unter dem Motto „Gesund arbeiten – gesund bleiben“ kommen rund 300 Beschäftigte aus Kindertagesstätten, Vertretungen des Landeseltern­ausschusses und politisch Verantwortliche zusammen, um sich über Arbeits- und Gesundheitsschutz, psy­chische und körperliche Belastungen sowie Handlungsmöglichkeiten für bessere Arbeitsbedingungen zu informieren und auszutauschen.

„Gesundheitsschutz in Kitas ist keine Privatsache der Beschäftigten oder gar nebensächlich, sondern eine zentrale Aufgabe der Arbeitgeber und Träger“, betont Kathrin Gröning, Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz. „Die Anforderungen an die Fachkräfte sind hoch: Personalmangel, Zeitdruck, Lärm und die unzu­reichenden Rahmenbedingungen für Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder prägen vielerorts den Arbeitsalltag. Wer gute frühkindliche Bildung will, muss deshalb auch dafür sorgen, dass die Beschäftigten unter Bedingungen arbeiten können, die sie nicht krank machen.“

Der Fachtag nimmt sowohl die Rahmenbedingungen für gesundes Arbeiten als auch konkrete Handlungs­möglichkeiten zum Schutz der Beschäftigten in den Blick. Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz informiert über Grundlagen und Verantwortlichkeiten im Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie über die Gestaltung eines gesundheitsgerechten Arbeitsumfelds. Weitere Themen sind belastende Umgebungsfaktoren wie Lärm und psychische Belastungen.

Das Leibniz-Institut für Resilienzforschung zeigt auf, welche Faktoren die psychische Widerstandsfähigkeit stärken und wie Beschäftigte mit Belastungen und Stress umgehen können. Expert:innen der GEW Rhein­land-Pfalz informieren darüber hinaus über die Möglichkeiten von Beschäftigten und Personalvertretun­gen, auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz einzuwirken und bei wahrgenommenen Gefährdungen aktiv zu werden.

„Resilienz und individuelle Strategien können Beschäftigten helfen, mit Belastungen umzugehen. Sie dür­fen aber nicht dazu führen, dass die Verantwortung für gesunde Arbeitsbedingungen auf die Einzelne ver­lagert wird“, erklärt Gröning, die selbst gelernte Erzieherin ist. „Entscheidend sind verlässliche Rahmenbe­dingungen: ausreichend Personal, Zeit für die pädagogische Arbeit, funktionierende Teams und ein konse­quent umgesetzter Arbeits- und Gesundheitsschutz.“

Auswertungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin aus dem Jahr 2025 weisen darauf hin, dass Erzieher:innen überdurchschnittlich häufig körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Beschäftigte berichten zugleich unter anderem von eingeschränkten Handlungsspielräumen sowie fehlender Anerkennung und Unterstützung.

Für die GEW Rheinland-Pfalz ist der Gesundheitsschutz deshalb auch eine Frage der Qualität frühkindlicher Bildung. „Die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und die Qualität der pädagogischen Arbeit lassen sich nicht voneinander trennen“, so Gröning. „Fachkräfte brauchen Bedingungen, unter denen sie ihren Beruf langfristig und gesund ausüben können. Davon profitieren nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Kinder und Familien.“

Der Tag der frühkindlichen Bildung ist ein festes Format der GEW Rheinland-Pfalz. Alle zwei Jahre greift die Bildungsgewerkschaft ein neues Schwerpunktthema auf und bringt Fachkräfte, Wissenschaft und Praxis zusammen. Neben den Fachvorträgen bietet der Fachtag Raum für Austausch, Vernetzung und praxisnahe Anregungen.

Ansprechpartner

GEW Rheinland-Pfalz

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