Größerer bildungspolitischer Nutzen: GEW für gebührenfreies erstes Kita-Jahr

Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist die Sache sonnenklar. Aus bildungspolitischen Gründen muss die Gebührenfreiheit mit dem ersten und nicht mit dem letzten Kita-Jahr Einzug in die Kindertagesstätten halten. Einen Tag vor dem Treffen des schwarz-roten Koalitionsausschusses, auf dem über dieses Thema entschieden werden soll, machte sich die Gewerkschaft deshalb noch einmal für ihren Vorschlag stark.

30.09.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Die Einführung der Gebührenfreiheit mit dem ersten Kita-Jahr ist eine zwingend notwendige bildungspolitische Maßnahme, um die Bildungschancen von Kindern aus benachteiligten Familien zu verbessern und sozialen Verwerfungen vorzubeugen", sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer am 30.9.08 in Kiel. Er wies darauf hin, dass von dieser Maßnahme nicht nur viel mehr Kinder profitieren würden, sondern dass für die Kinder durch den längeren Besuch von Kindertagesstätten größere Bildungserfolge zu erwarten seien.

Schon heute besuchen 96 Prozent der Kinder in Schleswig-Holstein im letzten Jahr vor der Schule eine Kindertagesstätte, so Bernd Schauer. Im ersten Kita-Jahr liege der Anteil nur bei rund 60 Prozent. "Diese Zahlen sprechen doch Bände!"

Nach Auffassung des GEW-Landesgeschäftsführers sei es mit einem gebührenfreien Jahr allerdings nicht getan. Der Besuch von Kindertagesstätten müsse genauso wie der Schulbesuch grundsätzlich gebührenfrei sein. Peu à peu solle die Gebührenfreiheit daher vom ersten auf alle Kita-Jahre ausgedehnt werden. "Da ist die SPD schon weiter als die CDU, die nur das letzte Kita-Jahr gebührenfrei lassen will. Jedoch hat die CDU unter dem Einfluss von Frau von der Leyen in der Kindertagesstättenpolitik eine so verblüffende Lernfähigkeit an den Tag gelegt, dass wir auch in diesem Falle auf eine positive Wendung hoffen."

Bernd Schauer warnte noch davor, die Diskussion um die frühkindliche Bildung auf die Einführung der Gebührenfreiheit zu reduzieren. "Wenn frühkindliche Bildung Erfolg haben soll, brauchen wir in den Kindertagesstätten kleinere Gruppen und mehr Personal. Das darf in der aktuellen Diskussion nicht vergessen werden."

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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