Jugendministerin Ute Schäfer stellt achten Kinder- und Jugendbericht vor

Das Ministerium für Schule, Jugend und Kinder in NRW teilt mit: Düsseldorf, 01.03.2005. Zielorientiert und weitgehend optimistisch blicken nordrhein-westfälische Kinder und Jugendliche in ihre persönliche Zukunft. Zu diesem Ergebnis kommt der achte Kinder- und Jugendbericht der Landesregierung, den Jugendministerin Ute Schäfer heute in Düsseldorf vorstellte. "Jüngste Forschungen wie die nordrhein-westfälische Jugendstudie Null Zoff und voll busy beschreiben, dass die junge Generation der 10- bis 18-jährigen auf gute Bildungsabschlüsse setzt und über eine hohe Kommunikations- und Kontaktfähigkeit verfügt", erklärte Schäfer. "Der Wille zur Leistungsbereitschaft in der Schule wächst. 91 Prozent der Jugendlichen halten einen guten Schulabschluss für ihre berufliche Zukunft für wichtig."

01.03.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen lebe in Familien mit regelmäßigem Einkommen und in sozial unbelasteten Lebensverhältnissen. Sie sei geprägt von einer globalen Medienkultur. "Handy, SMS, E-Mail Chat und Internet sind ihnen selbstverständlich. Sie schätzen und nutzen eine nie gekannte Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten und Handlungsoptionen, genießen eine große Freiheit im Erziehungsprozess und legen großen Wert auf die Familie", sagte die Ministerin. Das dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein wachsender Anteil von Kindern in finanziell ungesicherten Verhältnissen lebe: Jedes 7. Kind unter 18 Jahren erhält Sozialhilfe und wächst in armen Verhältnissen auf. Diese Vielfalt an Bildungs- und Gestaltungsmöglichkeiten berge auch die Gefahr zu scheitern. "Einmal Gelerntes ist keine Garantie mehr für eine erfolgreiche Lebens- und Berufsplanung." Lebenslanges Lernen und die Fähigkeit, sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen zu müssen werde zur Regel und mache Jugendliche teilweise auch unsicher. Ministerin Schäfer kündigte an, dass die Landesregierung im Rahmen ihrer Kinder- und Jugendpolitik deshalb verstärkt darauf setzt, Chancen zu optimieren und Risiken zu vermeiden.

Dazu gehöre an erster Stelle eine optimale Bildungsförderung. Bildungsvereinbarung im Kindergarten, eine intensive Sprachförderung (15 Millionen Euro in den letzten zwei Jahren für jährlich 40.000 Kinder), die Einführung einer neuen Schuleingangsphase und die offene Ganztagsgrundschule seien hierzu wichtige Bausteine. "Der Erfolg gibt uns Recht. Wir werden deshalb unseren Weg konsequent fortsetzen und für alle Kinder von 0 bis 14 Jahren eine verlässliche und verbindliche Angebotsstruktur schaffen. Rund 200.000 Plätze für 25 Prozent aller Kinder im Grundschulalter bis zum Jahr 2007 ist unser erklärtes Ziel", so Schäfer. Zu einer umfassenden Bildungsförderung gehöre aber auch eine neue Kompetenzpartnerschaft von Eltern und Bildungsinstitutionen, vor allem von Schule und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. "Eltern müssen in ihrer Rolle gestärkt werden, wenn es darum geht, Kindern und Jugendlichen Werte zu vermitteln. Und Bildungsinstitutionen müssen sich öffnen und stärker als bisher zusammenarbeiten." Dazu müsse der Bildungsauftrag präzisiert werden und alle Bildungsorte in den Blick genommen werden.

Kinder- und Jugendhilfe müsse darüber hinaus aber auch eigenständiger Partner und Anwalt der Kinder und Jugendlichen sein. Sie sei vor allem für diejenigen Kinder und Jugendlichen Sprachrohr, die von Risiken besonders bedroht sind und Gefahr laufen, aus der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Dies gelte insbesondere für diejenigen, die von Armut betroffen sind und für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund. "Hier brauchen wir Hilfe- und Unterstützungssysteme, die frühzeitig greifen. Deshalb werden wird aufbauend auf den Erkenntnissen des sozialen Frühwarnsystems in Kooperation mit Schulen ein vernetztes Hilfesystem für ältere Kinder schaffen."

Der Kinder- und Jugendförderplan des Landes bleibe als das zentrale Förderinstrument Garant für die Belange der Kinder und Jugendlichen. Das Land habe in dieser Legislaturperiode für Maßnahmen der Kinder- und Jugendarbeit 560 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit diesen Mitteln wurden in erster Linie Einrichtungen der offenen Jugendarbeit, Jugendverbände und die kulturelle Jugendarbeit gefördert. Sie haben rund 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen von 6-16 Jahren erreicht. "Großen Wert haben wir darüber hinaus auf Maßnahmen zur Sicherung des Übergangs von der Schule in den Beruf gelegt. Wer hier scheitert, hat kaum eine Zukunftsperspektive." Mit 11,2 Millionen Euro jährlich habe das Land 64 Beratungsstellen im Übergang von der Schule in den Beruf, 46 Jugendwerkeinrichtungen und 56 Schulmüdenprojekte gefördert und 46.000 junge Menschen erreicht.


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