Kultusminister Helmut Rau: Sprache als Schlüssel zu Bildung und Integration

"Die Ergebnisse machen deutlich, vor welchen Herausforderungen wir nach wie vor stehen", sagte Kultusminister Helmut Rau anlässlich der Auswertung der Mikrozensuserhebung zum Migrationshintergrund der Bürgerinnen und Bürger im Südwesten, die heute vom Statistischen Landesamt vorgestellt wurde.

08.09.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Kindergärten und Schulen könnten diese Herausforderungen nur zusammen mit allen anderen für Bildung und Erziehung Verantwortlichen meistern. "Integration muss im Elternhaus beginnen und in der Gesellschaft insgesamt erfolgen", betonte Rau. In Kindergarten und Grundschule werden nach den Worten Raus "die Weichen für eine erfolgreiche Schullaufbahn gestellt". Eine besondere Bedeutung komme dem Erwerb der deutschen Sprache zu. "Gute Deutschkenntnisse sind der Schlüssel zu Bildung und Integration", hob Rau hervor. Der neue Orientierungsplan für Kindergärten lege besonderes Gewicht auf die Sprachbildung. Gezielte Fördermaßnahmen gebe es im Rahmen der Hausaufgaben-, Sprach- und Lernhilfen (HSL), durch das Projekt "Sprachförderung für Vorschulkinder" der Landesstiftung Baden-Württemberg und das neue Projekt "Schulreifes Kind".

Allein im Jahr 2005 hat das Land für HSL-Maßnahmen rund 4,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Damit wurden im Vorjahr insgesamt 22.018 ausländische und 4.288 ausgesiedelte Kinder gefördert. Das mit insgesamt 16 Millionen Euro ausgestattete Sprachförder-Projekt der Landesstiftung hat in den drei Jahren seines Bestehens 35.000 sprachauffällige Kinder in 1.183 Einrichtungen erreicht. Eine neuerliche Ausschreibung für das Jahr 2006/07 erfolgte bereits. Zum neuen Schuljahr startet zusätzlich das Projekt "Schulreifes Kind", das in 61 Grundschulen und 153 Kindergärten erprobt wird. Kinder mit Entwicklungsdefiziten sollen gezielt gefördert werden. Dazu gehören auch Maßnahmen der Sprachförderung.

Eine weitere unterstützende Maßnahme im Rahmen der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund sind die seit Jahren eigens eingerichteten Vorbereitungs- und Förderklassen sowie Förderkurse im Grund- und Hauptschulbereich. Dafür seien im zurückliegenden Schuljahr insgesamt 15.212 Lehrerwochenstunden zur Verfügung gestanden.

Im Lauf dieser Legislaturperiode soll zudem das Ganztagsangebot ausgebaut werden. Der Ausbau von weiteren 200 auf dann insgesamt 400 Ganztags-Hauptschulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung ist beabsichtigt. Diese Schulen erhalten für pädagogische Fördermaßnahmen zusätzliche Lehrerwochenstunden. Hinzu kommt, dass auch eine Ausweitung auf den Grundschulbereich vorgesehen ist. Dies soll eine bruchlose schulische Förderung ermöglichen.

Im Übergang von der Schule zum Beruf biete das neue Berufseinstiegsjahr die Möglichkeit, gezielt berufliche Vorqualifikationen in einem Berufsfeld zu erwerben. Ein Schwerpunkt werde auch auf die Verbesserung von Deutsch, Mathematik und den Sozialkompetenzen gelegt. "Es gibt also für Migrantenkinder wie für alle leistungsschwächeren und sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen durchgängige Fördermöglichkeiten - vom Kindergarten bis zum Übergang in die berufliche Ausbildung", betonte Rau.


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