Maßnahmen in NRW: frühe Sprach- und Leseförderung, Qualitätsoffensive Hauptschule,Ganztagsangebote

Seit dieser Legislaturperiode steht die frühe Förderung von Kindern aus Zuwandererfamilien steht in Nordrhein-Westfalen auf der Prioritätenliste."Die Förderung von 4-jährigen ist ein ganz wichtiger Baustein. Wir wollen, dass die Kinder künftig in die Schule kommen und alles verstehen können. Nur dann haben alle Mädchen und Jungen schon bei der Einschulung den gleichen Start", sagte NRW-Schulministerin Barbara Sommer nach Veröffentlichung des PISA-Berichts zur Situation von Kindern aus Zuwandererfamilien.

15.05.2006 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Die frühe Sprachförderung und die Qualitätsoffensive in den nordrhein-westfälischen Hauptschulen, zu der auch das landesweite Leseförderungsprojekt Zeitung 4 You gehört, sind nur zwei Maßnahmen, mit der die NRW-Landesregierung den wenig positiven Ergebnissen der OECD-Studie in der Praxis entgegenwirken will. Nordrhein-Westfalen hat mit Beginn dieser Legislaturperiode umfangreiche Fördermaßnahmen eingeleitet, um Kinder und Jugendliche aus Zuwandererfamilien zu fördern und zu fordern. Zusätzliche Stellen wurden bereitgestellt, Qualitätssicherungskonzepte in Gang gesetzt.

Die zusätzlichen Ressourcen werden überwiegend in Schulen eingesetzt, die laut Sozialindex in einer schwierigen Situation sind (Ausländeranteil, Arbeitslosigkeit, Armut, etc.)

  • flächendeckende Sprachstandsfeststellung bei allen 4-Jährigen (ab 2007 geplant), Sprachstandsfeststellung bei der Anmeldung zur Grundschule im Herbst vor der Einschulung und anschließende vorschulische Sprachförderung, dafür sind im Haushalt des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration (MGFFI) rund 17,5 Mio. € vorgesehen,
  • 3.008 Stellen für Integrationshilfe, überwiegend eingesetzt für Sprachförderung,
  • Ausbau der Ganztagsschulen im Primarbereich, im nächsten Schuljahr sind es knapp 2200 Schulen, also fast zwei Drittel aller Grundschulen,
  • 600 zusätzliche Lehrerstellen für Grundschulen in schwierigem Umfeld,
  • ab 1. 8. 2006: Schrittweiser Aufbau einer Vertretungsreserve mit unbefristet beschäftigten Lehrkräften im Umfang von 900 Stellen für die Grundschulen.
  • Qualitätsoffensive Hauptschule: 500 zusätzliche Lehrerstellen, Ausbau von Ganztagsschulplätzen (16 Mio. € ). 50.000 Ganztagsplätze bis 2012.
  • NRW nimmt mit 75 Basiseinheiten (Schulen, Kitas) am BLK-Modellversuch FörMig (Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien teil, mehr als die Hälfte des Programmvolumens bundesweit.

In Nordrhein-Westfalen gibt es 477.000 Schüler mit ausländischem Pass oder Aussiedlerstatus, das sind 16,4 Prozent aller Schüler. Nach dem erweiterten Migrantenbegriff laut PISA (Geburtsland der Eltern) haben jedoch 30 Prozent aller Schüler in NRW eine Zuwanderungsgeschichte, das sind 880.000 Schüler. Rund 40 Prozent dieser Schülerinnen und Schüler kommen aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion, insgesamt 22 Prozent kommen aus der Türkei.


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