"Nur Halbtagsschulen mit Mittagstisch"

(bikl) Zu den bisherigen und künftigen Bildungsreformen in Deutschland nach PISA nehmen morgen in der ZEIT zwei ausgewiesene Experten Stellung: Manfred Prenzel, Leiter der aktuellen PISA-Studie und Jürgen Baumert, Leiter der ersten Studie.

08.12.2004 Artikel

Als "Stückwerk" kritisiert der Leiter der deutschen Pisa-Studie, Manfred Prenzel die aktuellen Bildungsreformen in der "DIE ZEIT" dieser Woche. In der Lehrerbildung gebe es bislang nur kosmetische Änderungen, bemängelt der Bildungsexperte und wirft den Universitäten vor, die Lehrerbildung noch nicht richtig ernst zu nehmen. Gleichzeitig dämpfte er die Erwartungen an das neue Institut für Qualitätssicherung im Bildungswesen, das Standards für Tests entwickeln soll. Es vergingen fünf Jahre, bis die Standards in den Schulen Wirkung zeigten, außerdem sei das Institut nur mit 20 Stellen ausgestattet, während das niederländische Testinstitut mehr als 300 Mitarbeiter beschäftige. Auch den Ganztagsschulen stellte er kein gutes Zeugnis aus, viele seien in Wirklichkeit nur Halbtagsschulen mit Mittagstisch. Um die Schulen voranzubringen fordert Prenzel einen echten "Wettbewerbsföderalismus" zwischen den Bundesländern.

In der gleichen Ausgabe der Zeitung bricht der Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Jürgen Baumert, eine Lanze für die weitere Zusammenarbeit von Bund und Ländern in Bildungsfragen. Angesichts der Pläne der Föderalismuskommission, die Kompetenz für Schulen und Hochschulen ganz den Ländern zu übertragen, erklärt er der ZEIT: "Viele Probleme im Bildungswesen lassen sich nur gemeinsam lösen."


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