Sprachstandsfeststellungen in die Hand der Kindertageseinrichtungen geben

"Der VBE hält es nach wie vor für sinnvoll, die Sprachstandsfeststellungen vollständig in die Hand der Kindertageseinrichtungen zu geben, die auch für die Förderung verantwortlich sind", erklärt der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann anlässlich der Veröffentlichung der Ergebnisse der Sprachstandsfeststellungen 2008. "Damit würde auch das Problem entfallen, dass die zusätzlichen Stunden für individuelle Förderung an den Grundschulen wegen der Sprachstandsfeststellungen ausfallen müssen, weil Sozialpädagogen und Lehrkräfte in die Tests eingebunden sind."

26.11.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Der VBE hat die Einführung von Sprachstandserhebungen von Anfang an mitgetragen und tut das bis heute. Allerdings ist die Feststellung von Defiziten eine Sache, die andere ist deren Beseitigung.

"Bislang ist in den Kindertageseinrichtungen viel zu wenig von dem angekommen, was versprochen wurde", so Beckmann. "Sie brauchen aber dringend die Unterstützung des Landes, um die Herausforderungen zu bewältigen, die mit der gezielten Sprachförderung an sie gestellt werden."

Studien belegen, dass insbesondere bei Kindern mit Migrationshintergrund ein Zusammenhang zwischen der Dauer des Kindergartenbesuchs und der Beherrschung der deutschen Sprache auszumachen ist. Eine im Jahr 2006 vorgelegte Studie der Universität Mannheim belegt, dass von den Kindern mit Zuwanderungsgeschichte, die bis zu einem Jahr eine Kindertageseinrichtung besucht hatten, die Hälfte bei der Einschulung sprachlichen Förderbedarf hatte. Von denen, die drei Jahre lang einen Kindergarten besucht hatten, waren es nur 12 Prozent.

"Daraus müsste der Schluss gezogen werden, die Kindertageseinrichtungen beitragsfrei zu halten", so Beckmann. "Nur dann ist deren Besuch auf jeden Fall auch für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen möglich."


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