Kampagne

„DFG2020 – Für das Wissen entscheiden“

Mit einer bundesweiten Kampagne will die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) über das gesamte Jahr 2020 hinweg die Prinzipien einer freien und unabhängigen Wissenschaft sowie deren Wert für eine offene und informierte Gesellschaft prominent öffentlich sichtbar machen.

13.01.2020 Bundesweit Pressemeldung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
  • © www.pixabay.de

Die neue DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker stellte am Montag, den 13. Januar 2020 in Berlin die Anliegen und ausgewählte Aktivitäten der Kampagne vor, die unter dem Motto „DFG2020 – Für das Wissen entscheiden“ steht. „Mit unserer Kampagne wollen wir zeigen, wie wichtig Wissen und Wissenschaft sind und warum es gerade jetzt notwendig ist, sich immer wieder für sie zu entscheiden“, sagte die Medizinerin, die seit dem Neujahrstag an der Spitze der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungseinrichtung für die Wissenschaft in Deutschland steht.

Zeitlicher Ausgangspunkt der Kampagne ist die Gründung der Vorgängerorganisation der DFG, der „Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft“ im Jahr 1920. „Wir feiern 2020 jedoch nicht 100 Jahre DFG, sondern das 100-jährige Jubiläum einer Wissenschaft, die selber über ihre Belange und die Förderung ihrer besten Ideen entscheidet. Dieses Prinzip, das damals in buchstäblich höchster Not begründet wurde, ist eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte. Und doch ist die Freiheit der Wissenschaft nicht mehr und überall selbstverständlich, obgleich sie durch die globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Artensterben, Ressourcenknappheit und Bevölkerungswachstum immer wichtiger wird“, unterstrich Becker bei einem Pressegespräch im WissenschaftsForum in Berlin. „Deshalb wollen wir unser Bekenntnis für eine unabhängige Wissenschaft in die Gesellschaft tragen und die Menschen in unserem Land dazu einladen, sich ebenfalls dafür zu engagieren.“

Dieses Ziel soll „DFG2020 – Für das Wissen entscheiden“ mit zahlreichen Aktivitäten und, so Becker, „durchaus auch ungewöhnlichen Formaten“ erreichen, die von der DFG gemeinsam mit der Hamburger Kommunikationsagentur „Mann beißt Hund“ und weiteren Partnern aus Kunst und Kultur entwickelt wurden und bewusst ganz unterschiedliche Zielgruppen ansprechen.

Zentrales Element der Kampagne ist die Expedition #fürdasWissen und der dafür gestaltete Expeditionsbus, der beim Pressegespräch am Berliner Gendarmenmarkt präsentiert wurde. Mit ihm gehen ab dem Frühjahr Mitglieder des Theater- und Performancekollektivs „Kompanie Kopfstand“ im Auftrag der DFG auf eine Reise durch Deutschland, um an rund einem Dutzend Orten mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen über die Bedeutung von Wissenschaft, die Erwartungen an diese und das Vertrauen in sie. Unterstützt werden die Künstlerinnen und Künstler dabei von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern lokaler Hochschulen oder Institute.

Stationen der Expedition sind sowohl größere Universitätsstädte als auch kleinere Städte oder Orte mit geringerer wissenschaftlicher Infrastruktur und Prägung. „Wissenschaft ist für alle Menschen wichtig und muss deshalb alle Menschen ansprechen: diejenigen, die sich bereits für sie interessieren, aber gerade auch diejenigen, die bislang nur wenig mit Wissenschaft in Berührung gekommen sind“, sagte hierzu die DFG-Präsidentin. „Dabei müssen wir die Begeisterung für die Potenziale der Wissenschaft vermitteln, aber auch ihre Arbeitsweise und ihre Grenzen erklären.“

Station machen soll der Expeditionsbus ebenfalls an Mitgliedseinrichtungen der DFG, die genauso wie andere Hochschulen und Forschungsinstitute auch eigene Veranstaltungen im Verlauf des Jahres mit der Kampagne verknüpfen werden. Auf diese Weise soll die Kampagne auch von der Wissenschaft selbst getragen und in sie hineingetragen werden.

Die auch in den Sozialen Medien begleitete Expedition startet im April in Hamburg, als weitere Orte sind unter anderem Bad Münstereifel, Zeche Zollverein in Essen und Sankt Peter Ording geplant. Zum Abschluss der Expedition verbindet die DFG Anfang November im Bonner „Basecamp“ die Feier zum 30-jährigen Jubiläum ihrer Graduiertenkollegs mit einer bunten öffentlichen Veranstaltung.

Ebenfalls am Bonner Hauptsitz der Förderorganisation und in der Köln-Bonner Region machen das gesamte Jahr über eine eigens im DFG2020-Design gestaltete Bus- und Straßenbahnlinie im öffentlichen Raum auf die Kampagne und den Wert einer unabhängigen Wissenschaft aufmerksam.

Einen zweiten Akzent setzt die Kampagne mit digitalen Formaten, allen voran mit der Online-Aktion #fürdasWissen. In ihr können alle Interessierten in Text-, Bild- und Video-Statements schildern, warum sie sich #fürdasWissen entschieden haben. „Die Gründe können so vielfältig wie die Menschen sein – sie alle aber erfordern eine Haltung ‚für das Wissen‘“, betonte Becker. Die Statements werden über den Twitter-Kanal der DFG @dfg_public veröffentlicht sowie auf einer mit dem heutigen Pressegespräch zeitgleich freigeschalteten eigenen DFG2020-Webseite, die zudem fortlaufend aktualisierte Informationen bietet. Ein ebenfalls neu eingerichteter Instagram-Kanal soll vor allem ein jüngeres Publikum auf bildstarke Weise erreichen.

Eine Reihe von Feierlichkeiten veranstaltet die DFG gemeinsam mit anderen Organisationen, insbesondere mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, dessen Vorgängerorganisation ebenfalls im Jahr 1920 als „Stifterverband für die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft“ gegründet wurde und der sich seitdem für die Unterstützung der DFG wie der gesamten Wissenschaft durch die Wirtschaft und private Stiftungen einsetzt. Anfang Juli wollen DFG und Stifterverband ihre Jahresversammlungen parallel in Berlin abhalten, Höhepunkt soll am 1. Juli eine gemeinsame Festveranstaltung im Berliner Tempodrom sein, zu der Bundespräsident Dr. Frank Walter Steinmeier erwartet wird. In einer weiteren Kooperation beteiligt sich die DFG am diesjährigen bundesweiten Plakatwettbewerb des Deutschen Studentenwerks für Grafik- und Design-Studenten mit dem Thema „Ich studiere – was geht mich Forschung an?“.

Bei der Vorstellung dieser und weiterer Aktivitäten verband die neue DFG-Präsidentin die Ziele der Kampagne „DFG2020 – Für das Wissen entscheiden“ ausdrücklich mit ihren persönlichen Anliegen in ihrem neuen Amt. „Wissenschaft kann die Probleme der Welt nicht alleine lösen – aber ein Großteil dieser Probleme kann nur mithilfe der Wissenschaft gelöst werden“, sagte Becker auch mit Blick auf ihre eigenen Erfahrungen als Tropenmedizinerin. „Dabei kommt es auf eine Wissenschaft an, die unabhängig ist und deren Erkenntnisse und Wert aus wissenschaftlicher Neugier entstehen und nicht von vorneherein festgelegt werden. Nur die Freiheit des Denkens und die Diversität auf allen Ebenen – der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, der Förderformate und Themen sowie der nationalen und internationalen Kooperationen – ermöglichen wirklich neue Kombinationen, Ideen und Innovation. Hierfür müssen wir und möchte ich persönlich ein noch stärkeres Bewusstsein in allen Teilen unserer Gesellschaft schaffen.“

Die Kampagne „DFG2020 – Für das Wissen entscheiden“ und ein angesichts der globalen Herausforderungen notwendiges „neues Miteinander“ der Wissenschaft und ihrer Organisationen untereinander sowie von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft waren am Montagabend dann auch Themen der Rede der neuen DFG-Präsidentin auf dem traditionellen Neujahrsempfang der Organisation, zu der in Berlin mehr als 400 Gäste aus Wissenschaft, Politik, Diplomatischem Korps, Wirtschaft, Medien und Öffentlichkeit erwartet wurden.

Weiterführende Informationen

Medienkontakt: Marco Finetti, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2230, marco.finetti( at )dfg.de

Projektleitung DFG2020 in der DFG-Geschäftsstelle: Vera Pfister, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 228 885-2020, vera.pfister( at )dfg.de

Hier finden Sie fortlaufend aktualisierte Informationen und Materialien zur Gesamtkampagne, zur Expedition und Online-Aktion sowie zu allen weiteren Elementen.


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