Vierte Schule für Hochbegabtenförderung

Für sechs Mädchen und zwölf Jungen, die gemeinsam mit mehr als 100 weiteren Gymnasiastinnen und Gymnasiasten am Koblenzer Max-von-Laue-Gymnasium heute ihren ersten Schultag erlebten, hat dieser Tag eine ganz besondere Bedeutung: Sie besuchen die landesweit mittlerweile vierte Schule für Hochbegabtenförderung / Internationale Schule!

29.08.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Damit ist nun auch im Norden von Rheinland-Pfalz ein im Zusammenspiel von Schule und Hochschule ausgestaltetes, spezielles schulisches Angebot für hochbegabte Schülerinnen und Schüler im Gymnasialbereich in Form einer Ganztagsschule vorhanden", freute sich Bildungsministerin Doris Ahnen. Die Landesregierung wolle aber das spezielle Angebot für hochbegabte Kinder weiter ausbauen und auch ein Netz von landesweit zehn Grundschulen knüpfen, in dem speziell für diese Gruppe das in der Region Zweibrücken bereits erprobte Konzept des "Entdeckertags" umgesetzt werde.

Die Erfahrungen mit den drei Schulen für Hochbegabtenförderung/Internationalen Schulen am Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern, am Gymnasium Mainz-Gonsenheim und am Auguste-Viktoria-Gymnasium in Trier, hätten gezeigt, "mit welchem Wissensdurst die Schülerinnen und Schüler die attraktiven Angebote aufnehmen, und wie engagiert sich die Lehrkräfte und Schulleitung dieser neuen Herausforderung stellen", so die Ministerin weiter. In Erweiterung des bisherigen Profils der Schule als MINT-EC-Schule (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik-Profil) sollten nun gerade die hochbegabten Schülerinnen und Schüler auch ein umfassendes Lernangebot im mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächerkanon erhalten. Das Sprachangebot werde zudem nach dem Prinzip bilingualen Unterrichts erweitert. So sei beispielsweise vorgesehen, das Fach Informationstechnische Grundbildung (ITG) zeitweilig auch in Englisch zu unterrichten, und ab der Jahrgangsstufe 7 erfolge der Unterricht in einem naturwissenschaftlichen Fach in englischer Sprache. Im Mittelpunkt der konzeptionellen Überlegungen und Bemühungen stünden dabei die einzelne Schülerin und der einzelne Schüler, offene Unterrichtsformen, Projekte und vernetztes Denken durch fächerübergreifendes und fächerverbindendes Lernen hätten daher einen besonderen Stellenwert. "Die Tatsache, dass das Max-von-Laue-Gymnasium bereits über mehrjährige Erfahrungen mit speziellen Angeboten für hochbegabte Schülerinnen und Schüler verfügt, wird sich dabei mit Sicherheit positiv auswirken", betonte die Bildungsministerin. Sehr erfreulich sei zudem, dass die Schule das Nachmittagsangebot, in dem die künstlerisch-musischen, sprachlichen, naturwissenschaftlichen und sportlichen Bereiche besondere Bedeutung hätten, auch für andere Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums öffne, und damit auch die kommunikativen und sozialen Kompetenzen der hochbegabten Schülerinnen und Schüler besonders in den Blick nehme.

In Koblenz hatten sich ursprünglich insgesamt 43 Kinder beworben, 30 davon waren zu einem differenzierten und gestuften Auswahlverfahren eingeladen worden, 18 Mädchen und Jungen wurden letztendlich ausgewählt. Allgemein gelten Kinder und Jugendliche bei einem Intelligenz-Quotienten (IQ) von mehr als 130 als hochbegabt. Dies betrifft im Schnitt etwa zwei Prozent aller Schülerinnen und Schüler eines Altersjahrgangs.


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