Wissenschaftsminister Frankenberg bei Baden-Badener Unternehmergesprächen
Angesichts der sich ständig ändernden Anforderungen des Arbeitsmarkts betonte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg die weiter wachsende Bedeutung der Hochschulausbildung als wichtiger Baustein einer gezielten Personalentwicklungsplanung in den Unternehmen.
29.03.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg"Um im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können, braucht die Wirtschaft die besten und innovativsten Köpfe. Die Hochschulen im Land können den Unternehmen helfen, auf die Dynamik und Komplexität des wissenschaftlich-technischen Fortschritts angemessen zu reagieren, indem sie die Absolventen optimal auf ihre künftigen Berufe vorbereiten", erklärte Frankenberg am 29. März 2005 bei den 118. Baden-Badener Unternehmensgesprächen. Da im kommenden Jahrzehnt viele ältere Führungs- und Fachkräfte aus dem Berufsleben ausscheiden werden, müssten Wissenschaft, Wirtschaft und Politik eng zusammenzuarbeiten, um eine "drohende Qualifikationslücke in der Gesellschaft" zu verhindern, betonte Frankenberg anlÀ¤sslich einer Podiumsdiskussion in Baden-Baden.
"Eine Hochschulausbildung in Baden-Württemberg ist und bleibt - wie die verschiedenen Rankings immer wieder eindrücklich belegen - ein Gütesiegel für die Studierenden, die sich damit auch optimale Berufschancen schaffen können", hob der Minister hervor. Er verwies auf die klare Berufsorientierung der gestuften Studiengänge, die den Studierenden neben zusätzlichen Studieninhalten auch - durch die Abfolge von Bachelor- und Masterstudium - eine flexiblere Lebensplanung gestatten. "Durch Masterstudiengänge auch für qualifizierte Berufstätige und den Ausbau der wissenschaftlichen Weiterbildung wird lebenslanges Lernen Realität", so Frankenberg. Derzeit gebe es an den Hochschulen des Landes schon rund 600 BA/MA-Studiengänge. "Die vollständige Einführung der neuen Studienstruktur werden wir bis spätestens 2010 erreichen, wobei die Berufsakademien die Umstellung bereits zum Studienjahr 2006/07 schaffen."
Der Minister forderte die Wirtschaft auf, durch ein stetiges Engagement zur Lösung der Zukunftsfragen im Bildungsbereich beizutragen, etwa durch Angebote in der beruflichen Bildung, Einrichtung von Stiftungsprofessuren oder Übernahme von Patenschaften für besondere Studienangebote. "Notwendig ist darüber hinaus der Ausbau der Studienangebote in solchen Berufsfeldern, in denen mittel- und langfristig Arbeitskräfte benötigt werden. Wie auf dem Kongress ´Hochschule 2012´ angekündigt, wollen wir die Rahmenbedingungen hierzu in den nächsten Monaten im Dialog mit der Wirtschaft erarbeiten", so Frankenberg.
Ein wichtiger Schritt sei, so der Minister, die weitere Verbesserung des Dienstrechts. "Nur mit modernen Personalstrukturen auf der Grundlage eines neuen Wissenschaftstarifvertrages können wir im globalen Wettbewerb herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die baden-württembergischen Hochschulen gewinnen. Es ist sehr zu begrüßen, dass die Länder mit der Föderalismusreform die volle Gesetzgebungskompetenz für ihre Beamten in den Bereichen Besoldung, Laufbahn und Versorgung erhalten."
Durch solche Änderungen sollen die Karrierewege in Forschung und Lehre flexibilisiert werden. Dabei misst Frankenberg dem Personaltransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft eine hohe Bedeutung bei. Derzeit werde dies durch die unterschiedlichen Vergütungssysteme behindert. "Wir brauchen jedoch mehr Mobilität zwischen den Welten. Hier müssen die Interessen von Staat, Wirtschaft und Wissenschaftlern angemessen ausbalanciert werden."
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