Bericht aus Brüssel

PISA-Studie: EU verfehlt Bildungsziel bei Grundkompetenzen

Die Europäische Kommission hat unter dem Titel "PISA and the EU – Striving for social fairness through education" eine EU-bezogene eigene Auswertung der Ergebnisse der PISA-Studie 2018 vorgenommen.

27.01.2020 Bundesweit Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag
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Danach mangelt es mehr als jedem fünften 15-jährigen Schüler in der EU an den notwendigen Kompetenzen im Lesen (21,7%), in Mathematik (22,4%) und in Naturwissenschaften (22,4%).

Ende 2019 veröffentlichte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Ergebnisse des Programms zur internationalen Schülerbewertung (PISA) 2018. Die Studie vergleicht alle drei Jahre weltweit die Leistungen von Schülerinnen und Schülern im Alter von 15 Jahren in den Bereichen Lesefähigkeit, Mathematik und Naturwissenschaften. Bei PISA 2018 lag der Fokus auf dem Bereich Lesefähigkeit. Alle EU-Mitgliedstaaten nahmen an der Studie teil.

Darauf aufbauend hat die EU-Kommission im Januar 2020  eine Auswertung der Ergebnisse gerade auch mit Blick auf deren Bedeutung für die Arbeiten im strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und Beruflichen Bildung (ET2020) herausgegeben.

Eines der zentralen Ziele des ET2020 ist, die Rate der 15-jährigen Schülerinnen und Schülern mit schlechten Leistungen bei den genannten Grundkompetenzen bis 2020 auf unter 15 Prozent zu senken. Diesen Wert erreichen nur Estland, Finnland und Polen in allen sowie Irland und Dänemark in einzelnen Bereichen.

Auch in Deutschland liegt der Anteil von leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern in den Basiskompetenzen weit über dem angepeilten EU-Bildungsziel: Lesekompetenz 20,7 Prozent; Mathematik 21,1 Prozent, Naturwissenschaften 19,6 Prozent.  

Die Kommission nimmt  bei ihrer EU-weiten Auswertung  auch eine Analyse  unter verschiedenen Gesichtspunkten vor: Neben ihrer Bedeutung für die Arbeiten im Rahmen von ET2020 werden auch die Aspekte Geschlechterdifferenzen, Spitzenleistungen, Finanzierung, Inklusion und der Einfluss von sozioökonomischem Status und Migrationshintergrund sowie das allgemeine Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler in den Blick genommen. Positive Beispiele aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten werden an unterschiedlichen Stellen aufgegriffen und dargestellt.


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