Ahnen: Duale Oberschule wird als Regelschule rechtlich verankert

Nach erfolgreichem Abschluss des 1996 gestarteten Modellversuchs "Duale Oberschule (DOS)" werden im Laufe des kommenden Schuljahres die derzeit 14 DOS-Modellsschulen in den Kreis der Regelschulen überführt. Die aus Hauptschulen hervorgegangenen "Dualen Oberschulen", deren besonderes Kennzeichen darin besteht, dass in enger Kooperation mit Berufsbildenden Schulen im nahen Umfeld allgemeine Bildung, praxisorientiertes Lernen und berufsbezogene Ausbildung in den Sekundarstufen I und II neu miteinander verknüpft werden, sollen in ihrer bisherigen Ausgestaltung als spezielle Form der Regionalen Schule (Hauptschul- und Realschulbildungsgang unter einem Dach) weitergeführt und in der entsprechenden Verordnung verankert werden. Diesen Vorschlag habe jetzt das Kabinett zustimmend zur Kenntnis genommen, teilte Bildungsministerin Doris Ahnen mit.

12.07.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Der Modellversuch "Duale Oberschule (DOS)" war im Schuljahr 1996/97 in Koblenz, Landau und Ramstein-Miesenbach gestartet worden mit dem Ziel, die Bildungsangebote von Hauptschule und Realschule zusammenzuführen, durch besondere, berufsvorbereitende Inhalte den Übergang in die Berufsausbildung zu verbessern sowie in einem schulischen Bildungsgang parallel den Erwerb des qualifizierten Sekundarabschlusses I (Mittlere Reife) und einer beruflichen Ausbildung zu ermöglichen. Bis heute sind zu den Ursprungsmodellschulen noch Duale Oberschulen in Andernach, Betzdorf, Eisenberg, Hachenburg, Kirchen, Linz, Montabaur, Nastätten, Neuwied, Pirmasens und Wittlich hinzugekommen.

Die wissenschaftliche Begleitung des Modellversuchs bezeichnet in ihrem Abschlussbericht die DOS als "eine von Schülerinnen, Schülern, Eltern, Lehrkräften, Berufsbildenden Schulen und Betrieben hoch akzeptierte Schulart mit systematisiertem Übergang in die Berufsausbildung". Es gelinge, das Interesse von Jugendlichen an beruflicher Bildung zu erhöhen. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, der nach dem mittleren Abschluss an einer DOS direkt eine Berufsausbildung beginne, liege höher als der Prozentsatz bei allen Jugendlichen derselben Qualifikationsstufe im Bundes- und im Landesdurchschnitt. Zugleich sei aber die mit dem Modellversuch eröffnete spezielle Möglichkeit, bereits nach Klassenstufe 9 in einem durchgängigen Bildungsgang gleichzeitig die Mittlere Reife und einen Berufsabschluss zu erwerben, nur auf geringe Resonanz gestoßen. Die Bildungsministerin betonte allerdings, mit der BBS-Reform seien die Chancen für alle Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit einem Hauptschulabschluss verbessert worden, einen höherqualifizierenden Schulabschluss zu erreichen. In dieses neue System werde die spezielle Möglichkeit des DOS-Modellversuchs eingegliedert.

"Es ist deutlich festzustellen, dass sich in der Dualen Oberschule ganzheitliches Lernen erfolgreich etabliert hat und eine systematische Berufsorientierung realisiert wird", so das Fazit der Wissenschaftler im DOS-Abschlussbericht. Doris Ahnen unterstrich, die Duale Oberschule setze mit ihrem eigenständigen Profil der systematischen Berufswahlvorbereitung in enger Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen besondere Akzente, die für eine Weiterführung dieser Schulform sprächen. Schülerinnen und Schülern, die mit einem besonderen Qualifizierungsvermerk abschlössen, werde zudem die Möglichkeit eröffnet, in der Berufsschule bereits früher am Unterricht zum Erwerb der Fachhochschulreife teilzunehmen.


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