Ahnen: Gute Unterrichtsversorgung an allgemeinbildenden Schulen im Schuljahr 2008/2009 gesichert
Die mehr als 1.600 allgemeinbildenden Schulen sind auch im laufenden Schuljahr mit einer Unterrichtsversorgung von 98,3 Prozent gut versorgt. Darin enthalten sind sowohl der nach den Stundentafeln vorgesehene Pflichtunterricht als auch zusätzliche Differenzierungs- oder Förderangebote. "Mit der Neubesetzung von insgesamt 865 Stellen, wobei 220 Lehrerstellen zu diesem Schuljahr völlig neu geschaffen worden sind, sowie mit der Einstellung von 76 Hochschulabsolventinnen und -absolventen über das Seiteneinsteigerprogramm zum Start dieses Schuljahres haben Landesregierung und Schulaufsicht den allgemeinbildenden Schulen auch in diesem Jahr das dazu notwendige Personal zur Verfügung gestellt", fasste Bildungsministerin Doris Ahnen heute in Mainz eines der zentralen Ergebnisse der Schulstatistik 2008/2009 für die allgemeinbildenden Schulen zusammen. Trotz weiterhin vorhandener Probleme auf dem Bewerbermarkt – insbesondere in bestimmten Fächern und einzelnen Lehrämtern – sei es der Schulaufsicht gelungen, die strukturelle Unterrichtsversorgung gegenüber dem Vorjahr sogar leicht um 0,1 Prozentpunkte zu verbessern.
05.11.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-PfalzNatürlich wirkten sich auf die Situation in den Schulen insgesamt, also auf die Unterrichtsversorgung, die Schülerzahlen und die Klassengrößen, auch im laufenden Schuljahr mehrere Faktoren aus. Dazu zählten vor allem die demografischen Verschiebungen und das veränderte Schulwahlverhalten von Eltern, hielt die Bildungsministerin fest. So setze sich der Trend der letzten Jahre bei der Entwicklung der Schülerzahlen und bei der Verteilung auf die einzelnen Schularten weiter fort, sagte Doris Ahnen. Insgesamt würden in den mehr als 1.600 allgemeinbildenden Schulen nach den vorläufigen Zahlen im laufenden Schuljahr mit gut 468.000 Schülerinnen und Schülern etwa 6.200 Kinder und Jugendliche weniger unterrichtet als im Schuljahr 2007/2008. In den Grundschulen sei der Schülerrückgang im Jahresvergleich zwar etwas abgebremst worden – von minus 6.400 auf minus 4.000. Dies sei allerdings auf den in diesem Schuljahr um zwei Monate erweiterten Einschulungsjahrgang zurückzuführen. In den weiterführenden Schulen entwickelten sich die Schülerzahlen weiter in der Richtung der Vorjahre. Hauptschulen, Realschulen, Regionale Schulen, Duale Oberschulen und Förderschulen verzeichneten nach der vorläufigen Statistik wiederum weniger, Gymnasien und Integrierte Gesamtschulen erneut mehr Schülerinnen und Schüler als im Vorjahr. Den größten prozentualen Rückgang meldeten dabei wie in den Vorjahren die Hauptschulen (minus 8,5 Prozent), den größten Zuwachs mit plus 5,5 Prozent hatten die Integrierten Gesamtschulen (IGS), deren Zahl landesweit in diesem Schuljahr um sechs auf 25 IGSen gestiegen ist.
Diese Entwicklungen bei den Schülerzahlen einerseits, qualitative Verbesserungen wie die Erhöhung der Stundentafel in der Orientierungsstufe von 28 auf 30 Wochenstunden andererseits sowie die schulart- und fächerspezifischen Schwierigkeiten bei der Nachwuchsgewinnung von Lehrkräften beeinflussten natürlich auch die strukturelle Unterrichtsversorgung in den einzelnen Schularten, hielt Doris Ahnen weiter fest. In den Sekundarschulen schwankten die Quoten der strukturellen Unterrichtsversorgung zwischen 96,8 Prozent und 98,3 Prozent, während der von den Grundschulen angemeldete Bedarf mit den zugewiesenen Lehrkräften erneut mehr als erfüllt werden könne (Versorgungsquote: 100,7 Prozent). Die Förderschulen, die sowohl die Primar- als auch die Sekundarstufe umfassen und mit weniger als zehn Schülerinnen oder Schülern nach wie vor die kleinsten Klassen haben, seien wie im Vorjahr zu 96,1 Prozent versorgt. Leicht verbessert hätten sich die Versorgungsquoten in den Realschulen (97,5 Prozent), den Integrierten Gesamtschulen (96,8 Prozent) und noch etwas deutlicher in den Gymnasien (97,2 Prozent). In den Hauptschulen (98,2 Prozent) und in den Regionalen Schulen (98,3 Prozent) sei die strukturelle Unterrichtsversorgung auf einem insgesamt hohen Niveau etwas ungünstiger als im Vorjahr. In den 14 Dualen Oberschulen blieb die Versorgung im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant (97,1 Prozent). In eine Gesamtbetrachtung der Situation in den Schulen und der Unterrichtsversorgung einbezogen werden müsse zudem die Entwicklung der Klassengrößen, merkte die Bildungsministerin an: "Dabei weisen die vorläufigen Ergebnisse der Schulen aus, dass die Schülerzahlen pro Klasse im Vergleich zum Vorjahr in der Hälfte aller Schularten gesunken, in den übrigen Schularten gleichgeblieben sind."
"Insgesamt zeigen die derzeit vorliegenden Daten, dass die Anstrengungen für eine gute Unterrichtsversorgung und für eine zukunftsweisende Schulstrukturentwicklung auch weiterhin fortgesetzt werden müssen", unterstrich Doris Ahnen abschließend. Die Bildungsministerin ergänzte: "Schulaufsicht und Bildungsministerium werden alles dafür tun, alle Schülerinnen und Schüler im Land mit gutem Unterricht und ausreichend Lehrpersonal zu versorgen. Zudem stellt das derzeit im Landtag beratene Landesgesetz zur Änderung der Schulstruktur die Weichen dafür, mit der neuen Realschule plus das Bildungsangebot fit für die Zukunft zu machen. Die neue Struktur trägt der demografischen Entwicklung sowie dem veränderten Schulwahlverhalten Rechnung und verschafft zugleich Schülerinnen und Schülern neue Chancen. Im Landeshaushalt für die kommenden beiden Jahre, der ebenfalls im Landtag zur Beratung ansteht, hat die Landesregierung dabei mit jährlich rund 190 zusätzlichen Lehrerstellen die Voraussetzungen geschaffen, dass diese Ziele von den neuen Realschulen plus auch unter guten Rahmenbedingungen angesteuert werden können." Die endgültigen Endergebnisse der Schulstatistik werden voraussichtlich im Januar vom Statistischen Landesamt veröffentlicht, die Zahlen zur Unterrichtsversorgung an den berufsbildenden Schulen werden im Dezember vorliegen.
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