Berlin: SPD fordert Strafen für Eltern von Schulschwänzern

(redaktion) Ein Landesprogramm zur Durchsetzung der Schulpflicht hat jetzt der SPD-Kreisverband Neukölln in Berlin gefordert. In ihrer Groß-Pinnower Erklärung vom 07. Juni 2008 schlagen die Sozialdemokraten unter anderem vor, den Eltern von Schulschwänzern das Kindergeld zu streichen.

11.06.2008 Berlin Artikel

"Es wäre falsch, Schulverweigerung als eine begrenzte Fehlentwicklung einzelner zu betrachten. Vielmehr ist Schulverweigerung ein Symptom für gesellschaftliche Fehlentwicklungen", erklärte dazu Dr. Fritz Felgentreu, Vorsitzender der Neuköllner Sozialdemokraten und stellvertretender Vorsitzender der Abgeordnetenhausfraktion.

Dabei wollen die Sozialdemokraten nicht allein auf Bestrafung setzen, es geht ihnen auch um Prävention und Qualitätsverbesserung. So fordern sie unter anderem den Einsatz von besonders geschulten Pädagogen, die Schulverweigerer dabei unterstützen, wieder Anschluss an den Klassenverband zu finden, die Abschaffung der Hauptschule als ersten Schritt zur schnellstmöglichen Einführung der Gemeinschaftsschule und den Ausbau aller Schulen zu Ganztagsschulen.

Gleichzeitig verlangen sie aber einen "konsequenten Umgang mit Schulverweigerung". Dazu sollte gegebenenfalls die Anrufung des Familiengerichts wegen Kindeswohlgefährdung gehören, sobald dem Jugendamt zwei Schulversäumnisanzeigen bekannt geworden sind und eben die Streichung des Kindergelds nach dem Grundsatz: Kommt das Kind nicht in die Schule, dann kommt das Kindergeld nicht aufs Konto.

Einen ganz anderen Vorschlag hat der Bielefelder Sozialwissenschaftler Professor Klaus Hurrelmann, Autor der Shell-Jugendstudie bereits vor Jahren gemacht: Man müsse über finanzielle Bonusregeln für kooperative Eltern nachdenken, die sich freiwillig in Erziehungsfragen beraten ließen.


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