Bertelsmann Stiftung warnt vor erneuter PISA-Hysterie
(bikl/idw) "Nur wenn im Unterricht die Lernkompetenz von Kindern und Jugendlichen individuell gefördert wird, werden sich die Schülerleistungen verbessern", erklärte heute der Präsidiumsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung, Professor Heribert Meffert angesichts der aktuellen Diskussion um die neue PISA Studie. Gleichzeitig warnte er vor einer abermaligen PISA-Hysterie, denn für eine grundlegende Umsteuerung im Bildungswesen brauche man "einen langen Atem".
23.11.2004 ArtikelZentrale Prüfungen - externe Inspektionen
Meffert empfahl, die Ausbildung von Lehrern und Schulleitern deutlich zu verbessern. Außerdem sollten die Schulen künftig mehr Verantwortung übernehmen und selbstständiger werden. Um gleichwertige Bildungschancen für Kinder und Jugendliche zu gewährleisten, sollten zusätzlich auf allen Ebenen Qualitätssicherungsmaßnahmen ergriffen werden: in der Region, auf Landes- und auf Bundesebene. Dazu gehörten auch Instrumente wie Lernstandserhebungen, zentrale Prüfungen, externe Inspektionen und standardisierte Qualitätsvergleiche.
Reformbemühungen nicht ausreichend
Bei aller berechtigten Kritik an der Bildungspolitik, so gab Meffert zu bedenken, dürfe man aber nicht übersehen, dass in den vergangenen drei Jahren wichtige Reformschritte eingeleitet worden seien. Dazu zählten das vom Bund aufgesetzte Programm für Ganztagsschulen und die Verständigung zwischen den Ländern auf nationale Bildungsstandards.
Die bisherigen Reformbemühungen reichten jedoch bei Weitem nicht aus. "Nur wenn jetzt alle Kräfte mobilisiert werden, um diese Standards tatsächlich auch zu erreichen, gehört Deutschland im Jahr 2010 wieder zu den führenden Bildungsnationen", sagte Meffert.
Bund kündigt Hilfe an
Zuvor hatte sich bereits Bildungsministerin Edelgard Bulmahn in die PISA Diskussion eingeschaltet und den Bundesländern Hilfe für eine Schulreform angeboten. Allerdings knüpfte sie diese an eine Bedingung. Die Länder dürften in der Föderalismusdebatte nicht mehr darauf bestehen, künftig alleine für Bildung zuständig zu sein.
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