Bildungsminister Tesch zieht Bilanz für das Schuljahr2006/07
Rund 140 000 Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern in den öffentlich allgemein bildenden Schulen des Landes bekommen am Freitag ihre Zeugnisse. Sie belegen die Stärken und Schwächen und machen deutlich, woran in Zukunft noch mehr gearbeitet werden muss.
12.07.2007 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern"Das gilt nicht nur für die Schülerinnen und Schüler. Ihre Zeugnisse sind auch ein Beleg der Arbeit in meinem Hause", so Bildungsminister Henry Tesch, der dieses Amt im November 2006 übernahm.
"Mir geht es vor allem darum, den Schulalltag für alle Beteiligten zu optimieren, die Lehrerinnen und Lehrer für ihre Arbeit zu motivieren und zu professionalisieren und so die Schülerinnen und Schüler noch besser auf das Leben vorzubereiten. Einiges konnten wir dabei in diesem Schuljahr schon erreichen. Z.B. war es uns gleich zu Beginn meines neuen Amtes gelungen, nachträglich in den laufenden Haushalt des Landes 2,6 Millionen Euro zur Sicherung der Unterrichtsversorgung in den allgemein bildenden Schulen einzustellen, dieser Mehrbedarf ist auch im Entwurf für den Doppelhaushalt 2008/09 berücksichtigt worden."
Minister Tesch nannte weitere Ergebnisse für den schulischen Bereich:
- Entbürokratisierung: Nach dem Aufruf des Ministers, Hinweise zur Entbürokratisierung an den Schulen zu geben, gingen rund 300 Empfehlungen ein, sie finden bereits Eingang bei laufenden Verfahren zu Verwaltungsvorschriften. So wurde z.B. in der Schulpflichtverordnung die Anmeldefrist für die Orientierungsstufe um einen Monat vorgezogen und auf Februar verlegt, um so Eltern und Schulen mehr Planungssicherheit zu geben. Lernentwicklungsberichte werden künftig nur zum Schuljahresende erstellt.
Mehr Eigenständigkeit für Schulen: Die positiven Erfahrungen aus dem dreijährigen Modellprojekt "Mehr Selbstständigkeit für Schulen" sollen nun schrittweise auf alle Schulen im Land übertragen werden. Dazu werden die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, indem u.a. im Überbrückungs-und Vorbereitungsjahr 2007/08 allen rund 600 Schulleiterinnen und Schulleitern eine Fortbildung angeboten wird, die sie mit ersten konkreten neuen Leitungsaufgaben in einer selbstständigen Schule vertraut macht. Die bisherigen 20 Modellschulen, die jetzt den Titel "Selbstständige Schule" tragen, stehen dabei als Konsultationseinrichtungen zur Verfügung. Das L.I.S.A. hat eine inhaltliche Konzeption erarbeitet und stellt einen Dozentenpool zusammen, an dem die Modellschulen mitwirken. Minister Tesch kündigte außerdem an, die Schulleitungen auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit zu stärken. Dazu wird ab dem Schuljahr 2008/09 die Vollbeschäftigung der Schulleiter und ihrer Stellvertreter, die derzeit entsprechend des Lehrerpersonalkonzepts in Teilzeit arbeiten, angestrebt. Ausserdem arbeitet eine Stabsstelle im Ministerium derzeit an einem Konzept, das einen Wechsel von einer allgemeinen zu einer ganz konkreten schülerbezogenen Zuweisung von Stunden vorsieht und ab dem Schuljahr 2008/09 wirksam wird. Den Schulen soll damit mehr Flexibilität gegeben werden. - Politische Bildung: Der Weltwirtschaftsgipfel G8 in Heiligendamm hat sich im abgelaufenen Schuljahr als zentrales Thema angeboten, um fächerübergreifende Diskussionen und Informationen über weltpolitische Zusammenhänge herzustellen. Dazu wurde den Lehrkräften eine Handreichung zur Verfügung gestellt, die Ihnen auch über die Zeit des G8 hinaus viele Anregungen für eine interessante Unterrichtsgestaltung bietet. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium wurden die G8-Infotage in insgesamt 70 Schulen mit fast 150 Präsentationen initiiert, an denen über 9000 Schüler teilgenommen haben.
Um den Aufgaben der politischen Bildung und insbesondere der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus besser gerecht werden zu können, werden in allen vier Schulamtsbezirken Koordinatoren für Demokratieerziehung benannt, die ab dem kommenden Schuljahr aktiv werden. Für Schulleiter, Schulräte und Lehrer wurde eine Fortbildungsserie im Umgang mit Rechtsextremismus vorbereitet.
Im Februar 2007 hatte Minister Tesch mit der Internationalen Schule für Holocaust-Studien Yad Vashem in Jerusalem eine Vereinbarung über eine gemeinsame Fortbildung von Pädagogen und Multiplikatoren abgeschlossen. Die ersten 25 Teilnehmer reisen nach einem Vorbereitungskurs im Juli nach Israel, um sich ganz unmittelbar vor Ort mit der jüdischen Geschichte und den deutsch-israelischen Beziehungen auseinander zu setzen und so ihren Bildungsauftrag optimal erfüllen zu können.
Als großen Erfolg wertet Minister Tesch die vom Landtag noch vor der Sommerpause verabschiedete Förderung von Fahrten zu Gedenkstätten deutscher Diktaturen, um so das Geschichtsbewusstsein und Demokratierverständnis von Schülerinnen und Schülern zu erhöhen. Dafür sind jährlich 120 000 Euro nötig. Für die konzeptionelle Arbeit erhalten die Schulen dazu im Oktober eine Handreichung, die vom L.I.S.A. und dem Landestinstitut für politische Bildung erarbeitet und durch eine Förderrichtlinie ergänzt wird, so dass die Schulen auf dieser Grundlage für das zweite Schulhalbjahr 2007/08 Gedenkstättenfahrten einplanen können.
Da dem Ministerium nun auch die Landeszentrale für politische Bildung und der Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen zugeordnet sind, sieht Tesch durch die Synergieeffekte den allgemeinen Auftrag der politischen Bildung gestärkt. - Gesunde Schule: Die gesetzlichen Hürden sind genommen - an allen Schulen gilt künftig Rauchverbot. Den Schulen wird dabei Unterstützung in vielfältiger Form angeboten. So ist die nächste Runde der Nichtraucher-Aktion "Be smart - don't start" vorbereitet. Im Bildungsministerium ist noch bis zum 30. August 2007 die Ausstellung "Nichtrauchen lohnt sich" zu sehen, die auf anschauliche Weise den Weg zu einer rauchfreien Schule dokumentiert - ein Angebot, das sich auch für die Feriengestaltung eignet. Hilfe bietet auch das Raucherentwöhnungsprogramm "rauchstopp.net", das mit der Universität Greifswald entwickelt wurde oder auch das Präventionsprogramm GeKo-Kids, das ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Universität Greifswald entstand und sich der Gesundheitserziehung insbesondere der Schüler der 5. und 6. Klassen widmet. Gesunde Schule, dazu gehören auch die Bio-Brot-Box-Aktion, die zu Beginn des nächsten Schuljahrs mit dem Landwirtschaftsministerium durchgeführt wird, ein Schulgesundheitstag oder auch das Programm zur gesunden Schule Anschub.de.
Bildungsminister Tesch verwies darauf, dass das neue Schuljahr 2007/08 mit neuen Herausforderungen beginnt, so z.B. mit der Einführung einer Fremdsprache ab dem 3. Schuljahr oder auch mit dem Doppelabitur. Letztmalig legen Schülerinnen und Schüler nach 13 Schuljahren ihr Abitur ab, gleichzeitig verlassen erstmals seit dem Jahr 2000 die ersten Abiturienten bereits nach 12 Jahren das Gymnasium. Um diese rund 13 000 Schülerinnen und Schüler gut auf die Hochschulreife vorzubereiten, wurden Beispielarbeiten und Vorabhinweise für einzelne Fächer vorbereitet und organsiatorische Fragen geklärt.
Bildungsminister Tesch: "Vielen Dank an alle Lehrerinnen und Lehrer für die geleistete Arbeit in diesem Schuljahr und meinen Respekt! Jetzt ist es Zeit, Energie zu tanken, um offen zu sein für neue Ideen und Aufgaben. Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern sowie allen Lehrerinnen und Lehrern erholsame Ferien."
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