Böhmer: Elternarbeit stärken für bessere Bildung von Migrantenkindern

Zur Verbesserung der Bildungssituation von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien ist nach Überzeugung der Staatsministerin und Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer, vor allem eine Stärkung der Elternarbeit notwendig.

17.06.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Anlässlich eines Arbeitstreffens mit der Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), der saarländischen Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, und Migrantenorganisationen im Bundeskanzleramt erklärte Böhmer:

"Der jüngste Bildungsbericht hat erneut gezeigt, dass der Bildungserfolg in großem Maße von der sozialen und ethnischen Herkunft abhängt. Das bedeutet: Bildung fängt im Elternhaus an. Viele zugewanderte Eltern sind nicht mit dem hohen Stellenwert der Bildung in Deutschland vertraut. Kindertagestätten und Schulen können nicht alles aufholen, was im Elterhaus versäumt wurde. Wir müssen den Eltern deutlich machen, dass eine gute Schul- und Berufsausbildung die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft ihrer Kinder in unserem Land ist. Wir müssen sie in ihrer Verantwortung für den Bildungserfolg ihrer Kinder stärken und unterstützen."

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ergänzte: "Der Bildungsbericht zeigt auch, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund verzögerte und weniger erfolgreiche Übergänge in die Berufsausbildung finden. Im Anschluss an eine Ausbildung, wenn sie diese denn dann erreicht und erfolgreich absolviert haben, zeigen sich keine solchen Disparitäten mehr. Für den Übergang ins Erwerbsleben ist der Migrationstatus, sofern ein Abschluss in Deutschland erworben wurde, offenbar kaum relevant. Die von den Ländern ergriffenen Maßnahmen zeigen insbesondere bei der Berufsausbildung deutliche Erfolge. Wir müssen unseren eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen."

Die KMK hatte im Dezember 2007 mit acht bundesweit tätigen Migranten-organisationen die Erklärung "Integration als Chance - gemeinsam für mehr Chancengerechtigkeit" verabschiedet. Die Unterzeichner verpflichten sich darin, die Zusammenarbeit von Elternhäusern und Bildungseinrichtungen aktiv zu unterstützen und zu fördern.

  • Die KMK setzt sich u.a. für mehr Sprachlernangebote für Eltern mit Migrationshintergrund ein und verstärkt ihre Elterninformationen über Bildungsmöglichkeiten in Deutschland. Sie empfiehlt den Schulen "Erziehungsvereinbarungen" zwischen Kindertagesstätten bzw. Schulen und Eltern, setzt sich für den Ausbau der Ganztagsschulen ein und stärkt zur Verminderung der Schualabbrecherquote den berufsorientierten Unterricht und die berufsbezogene Sprachförderung.
  • Die Migrantenorganisationen unterstützen die Informationsarbeit der Bildungsverwaltungen, indem sie Eltern in "Elternakademien" und durch vergleichbare Angebote über das Bildungswesen unterrichten. Ferner veranstalten sie Frauenkonferenzen zu Bildungs- und Erziehungsthemen und Tagungen zur Berufsorientierung mit Schulen und Partnern aus der Berufsbildung. Die Verbände haben sich außerdem verpflichtet, Eltern über die positiven Wirkungen frühkindlicher Bildung in Kindertagesstätten zu informieren und ihnen Mitwirkungsmöglichkeiten in den Schulen nahe zu bringen.

Das Arbeitstreffen im Bundeskanzleramt diente dem Austausch über den Stand der Umsetzung dieser Maßnahmen, ihren Erfolg und weiteren Handlungs- und Unterstützungsbedarf. Böhmer: "Die gemeinsame Erklärung der KMK und der Migrantenorganisationen ist ein wichtiger Baustein zur Umsetzung des Nationalen Integrationsplans. Sprachförderung, Elternarbeit und die Verbesserung der Bildung sind zentrale Elemente für eine gelingende Integration. Die Umsetzung befindet sich auf einem guten Weg." Ende 2009 soll eine Bilanz der Maßnahmen gezogen werden.

Die Staatsministerin zeigte sich nach dem Treffen zuversichtlich, dass die KMK ihre Selbstverpflichtungen aus dem Nationalen Integrationsplan rasch umsetzen wird. Zentral sei dabei die Zusage, die Schulabbrecherquote von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien deutlich zu senken und in fünf Jahren an den Gesamtdurchschnitt aller Schülerinnen und Schüler anzugleichen. Böhmer fügte hinzu: "Absehbar werden viele Lehrinnen und Lehrer in den Ruhestand gehen. Diese Situation müssen wir gerade in Schulen mit hohem Migrantenanteil nutzen, um mehr Lehrerinnen und Lehrer aus Zuwandererfamilien einzustellen."


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