GEW Bayern: Jugendliche mit Migrationshintergrund bleiben die Verlierer im bayerischen Schulsystem

Wir sind gut, aber wir wollen noch besser werden und benachteiligte Gruppen besser fördern – mit diesem Anspruch trat die bayerische Staatsregierung nach den früheren PISA-Veröffentlichungen an. Der heute veröffentlichte Bundesländervergleich dagegen attestiert Bayern weitgehend Stagnation.

18.11.2008 Bayern Pressemeldung GEW Bayern

Weder in der Mathematik noch im Bereich Lesen / Textverständnis konnte Bayern seine Mittelwerte in den letzten sechs Jahren verbessern.

Gele Neubäcker, Vorsitzende der GEW Bayern, meint dazu: "Eine ganz andere Dynamik entwickelten dagegen andere Bundesländer, die im Bereich Lesen bis zu 32 Punkten (Sachsen-Anhalt) dazu gewannen. Bremen, nach wie vor auf dem letzten Platz, steigerte sich hier um 26 Punkte. Fünf Bundesländer (Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen Bremen) gewannen in Mathematik mehr als 20 Punkte dazu. Selbst in den Naturwissenschaften, wo Bayern auf Grund seiner guten Ausgangslage zur internationalen Spitze zählt, können zehn Bundesländer höhere Punktgewinne verzeichnen."

Einen traurigen Rekord dagegen hält Bayern nach wie vor: Gerade einmal acht Prozent der SchülerInnen an Bayerns Gymnasien kommen aus Arbeiterfamilien.

Der Anteil an GymnasiastInnen, die aus Familien der sog. "oberen Dienstklasse" kommen, ist mit 47 % noch immer deutlich größer, als der Anteil dieser Gruppe an der Gesamtbevölkerung. "Auch wenn sich hier eine Tendenz zur Abnahme dieser "sozialen Disparitäten" abzeichnet, können wir uns noch lange nicht beruhigt zurücklehnen", meint Gele Neubäcker. "Das beunruhigendste Ergebnis der neuen Studie und ein Skandal ist jedoch, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund nach wie vor allen politischen Absichtserklärungen zum Trotz nach wie vor die gleichen schlechten Chancen haben." Die Kompetenzen von Jugendlichen, deren Eltern im Ausland geboren sind, sind in Bayern signifikant schlechter, als die der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Der Unterschied entspricht im Lesen einem Lernfortschritt von etwa zwei Jahren, in den Naturwissenschaften ist er noch größer.

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GEW Bayern

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