GEW besorgt über Unterrichtsversorgung ab 5. Schuljahr

Unterrichtsausfall zwischen 1,4 und 5 Prozent für die allgemein bildenden Schulen - ohne die Grund- und Hauptschulen - hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz (GEW) bei ihrer zum Schuljahresbeginn an den Schulen durchgeführten Schnellerhebung ermittelt. Hochgerechnet fehlen der GEW-Berechnung zufolge damit rund 850 Lehrerstellen im Land.

05.11.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-Pfalz

"Aber auch die vom Bildungsministerium heute veröffentlichten Zahlen über den Unterrichtsausfall zwischen 1,8 Prozent an Hauptschulen, 1,7 % an Regionalen Schulen, 2,5 % an Realschulen, 2,9 % an Dualen Oberschulen, 2,8 % an Gymnasien, 3,2 % an Integrierten Gesamtschulen und 3,9 Prozent an Förderschulen ergeben rechnerisch rund 800 Lehrerinnen und Lehrer, die im Schuljahr 2008/2009 den Schulen nicht zur Verfügung stehen"; stellte der GEW-Landesvorsitzende, Klaus-Peter Hammer, fest. "Wir machen uns ernsthaft Sorgen über die Unterrichtssituation in diesem Schuljahr und vor allem für die Entwicklung in den kommenden Jahren", sagte Hammer, der die Einschätzung des Bildungsministeriums, an den Schulen sei eine ausreichend gute Unterrichtsversorgung vorhanden, nicht teilen kann.

Hammer verwies darauf, dass die vom Bildungsministerium vorgelegten Zahlen lediglich den ermittelten, tatsächlich vorhandenen strukturellen Fehlbedarf, also den von der Landesregierung hingenommenen Unterrichtsausfall darstellten. Darüber hinaus könne weiterer Unterrichtsausfall oft nur über kurzfristig abgeschlossene Vertretungsverträge verhindert werden. "An den meisten Schulen müssen Vertretungslehrkräfte mit befristeten Verträgen eingesetzt werden, um einen einigermaßen ordnungsgemäßen Unterricht aufrecht zu erhalten" meinte der GEW-Landesvorsitzende. "Diese Vertretungsverträge überdecken den tatsächlich notwendigen Bedarf an Lehrerplanstellen", betonte Hammer. Die GEW beobachte zudem mit Sorge, dass etlichen dieser Aushilfskräfte die erforderliche Ausbildung im pädagogischen und didaktischen Bereich fehle. Ein besserer Weg, als "Löcher über Aushilfsverträge zu stopfen", sei die Schaffung einer Personalreserve mit ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern für alle Schularten. Um dem bevorstehenden drastischen Mangel an Lehrkräften vorzubeugen, sei es dringend notwendig, das Angebot an Referendariatsplätzen weiter auszubauen, damit die Unterrichtsversorgung in den nächsten Jahren nicht noch schlechter werde.

Hammer forderte die Landesregierung zudem auf, die demographische Entwicklung zu nutzen und zunächst an den Grundschulen für kleinere Klassen zu sorgen, die individuelle Förderung insgesamt auszubauen, zusätzliche Lehrkräfte für Differenzierung und Integration einzustellen und den Lehrerinnen und Lehrern Entlastungsstunden für besondere pädagogische Aufgaben zu gewähren, damit die von der Landeregierung gesetzten pädagogischen Reformen an den Schulen erfolgreich umgesetzt werden können.

Ansprechpartner

GEW Rheinland-Pfalz

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