GLEV - Vorsitzender Dammann: Situation in Saarschulen besorgniserregend

Der Vorsitzende der Gesamtlandeselternvertretung des Saarlandes (GLEV), Jörg Dammann kritisiert die aktuelle Situation an den saarländischen Schulen. "Unterrichtsausfall aufgrund Lehrermangels an den Berufs-, Berufsfach-, Fach- und Fachoberschulen, schlechtere Prüfungsergebnisse bei den Abschlussprüfungen an den Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen, Diskussionen um größere Klassen und die Einschulungsstandorte und vielerorts Unmut wegen weiteren Standortschließungen im Grundschulbereich. Inmitten dieser Problematik verunsichern die Stilllegungsüberlegungen verschiedener Trägerschaften die Eltern in den Vorschulausschüssen der Vorschuleinrichtungen", kritisiert der GLEV-Vorsitzende Dammann.

06.07.2007 Saarland Pressemeldung Gesamt Landes Elternvertretung des Saarlandes (GLEV)

Die GLEV bemängelt die spärliche Informationspolitik des Bildungsministeriums. Das Ministerium war leider bisher nicht in der Lage, konkretes Zahlenwerk zu liefern. So wurde eine Statistik über den Unterrichtsausfall an Berufsschulen angefordert, doch eine solche Statistik zu erstellen ist in diesem Ministerium scheinbar nicht machbar. "Unsere Anregung, einen Teil der Steuermehreinnahmen in zusätzliche Lehrkräfte zu investieren hat man scheinbar erst gar nicht wahr genommen", so der GLEV-Vorsitzende.

Um sich landesweit einen Überblick der diesjährigen Abschlussprüfungen zu verschaffen haben sich die Vorstände der Landeselternvertretungen Gesamtschulen und Erweiterte Realschulen schon sehr frühzeitig beim Bildungsminister um einen landesweiten Notenschnitt bemüht. Auch hier war dass Ministerium bisher nicht in der Lage, das Zahlenmaterial zu erstellen. Eine zeitnahe Überprüfung der Ergebnisse ist nun nicht mehr möglich – deshalb haben die Eltern nun einen Musterbrief erstellt, um gegen die Prüfungsergebnisse Einspruch einzulegen. Die Eltern vermuten, dass in der Mathematik und bei den Fremdsprachen in den Prüfungen zum Teil Aufgabenstellungen vorkamen, die den Schülern im Vorfeld während des Schuljahres nicht oder nur unzureichend vermittelt wurden.

Die GLEV kritisiert zudem geringe Zeitspanne, die das Bildungsministerium den Schulmitbestimmungsgremien einräumt, um ihre Stellungnahmen zu Verordnungen und Gesetzentwürfen einzubringen. "Gerade im aktuellen Schuljahr wurde die vier Wochenfrist öfters unterlaufen. Die Zeit brauchen wir jedoch um unsere Anregungen zu beraten und zu Papier zu bringen. Weder die Landeselternvertretungen noch die Landesschulkonferenz sind in der Lage, in zwei bis dreiwöchigem Rhythmus eine Sitzung durchzuführen. Elternarbeit ist und bleibt ein Ehrenamt – und dies sollte auch der Politik honorieren und würdigen. Lippenbekenntnisse gab es in der Vergangenheit genug", sagt Dammann

Die Gesamtlandeselternvertretung fordert erneut, das Schulmitbestimmungsgesetz zu novellieren, mehr Mitbestimmungsrechte für Eltern und eine steuerliche Ent-lastung für ehrenamtlich tätige Elternvertreter. Des Weiteren fordert die GLEV das Bildungsministerium auf, zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zurückzukehren und sowohl die Prüfungen als auch die Unterrichtsausfälle transparent zu machen.

Der GLEV-Vorsitzende Dammann fordert zudem die Landkreise auf, mehr Geld für die Einstellung zusätzlicher Schulpsychologen bereitzustellen. Wenn ein Schulpsychologe in einer Region mit sozialen Brennpunkten über 18. 000 Kinder betreuen muss, ist das Ziel bei weitem verfehlt. Deshalb ist auch hier dringender Handlungsbedarf.

Mehr Infos: www.elternvertretung-glevsaar.de


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