Bayern

"Gymnasium wirft nicht Anker"

"In ruhigeres Fahrwasser steuern wir das Schiff des bayerischen Gymnasiums, wir gehen aber nicht vor Anker", betonte Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle bei der Hauptversammlung des Bayerischen Philologenverbandes in Deggendorf und griff mit seiner Metapher des Schiffs das Leitwort des Verbandstages mit auf. Der Minister plädierte in Deggendorf für das differenzierte bayerische Schulwesen, das den jungen Menschen entsprechend ihrer unterschiedlichen Begabungen und Interessen vielfältige Wege eröffne.

26.11.2010 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Mit Blick auf die Positionen des Philologenverbandes im Umfeld der Haushaltsberatungen bekundete Minister Spaenle Verständnis dafür, dass der Verband berufspolitische Interessen der Lehrer vertrete. Minister Spaenle betonte die Priorität für Bildung auch im Doppelhaushalt 2011/2012 wie auch die einer nachhaltigen Haushaltspolitik.

In ruhigeres Wasser einzufahren, so Minister Spaenle, bedeute in erster Linie "Kurs Halten", u. a. gegenüber Tendenzen, das differenzierte Schulwesen durch eine Einheitsschule zu ersetzen. Kurs halten möchte der Minister ganz im Sinne von Verlässlichkeit und Orientierung für Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Vorstellungen von der Einheitsschule seien rückwärtsgewandt und schadeten den jungen Menschen.

Kurs halten solle das Gymnasium aber auch mit Blick auf die Leistungsfähigkeit, junge Menschen auf ihre persönliche, berufliche Zukunft sehr gut vorzubereiten. Dies gelinge dem bayerischen Gymnasium sehr gut, was sich u. a. am erfolgreichen Abschneiden der bayerischen Gymnasiasten bei nationalen und internationalen Ländervergleichen zeige. Der durchaus ambitionierte Weg über das Gymnasium zum Abitur werde allerdings durch Möglichkeiten an der Beruflichen Oberschule wirkungsvoll verbreitert.

Dem bayerischen Gymnasium stehen auch in Zukunft neue Herausforderungen bevor, so der Minister. "Die Qualitätsansprüche von Hochschulen, Arbeitswelt und Gesellschaft wachsen, auch die Vielfalt der jungen Menschen und ihrer Interessen." Und diesen stellen sich die Lehrkräfte der Gymnasien auf der Basis einer soliden fachlichen und pädagogischen Ausbildung gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern mit großem Engagement.

Die Bildungspolitik stelle entsprechend die Weichen, damit individuelle Förderung vor Ort auch in Zukunft gelinge. Der Rückgang der Quote der Pflichtwiederholer als Folge auch der Intensivierungsstunden und die niedrige Anzahl von Schülern in den Seminaren und in der Oberstufe belegen: Die gemeinsamen Bemühungen von Freistaat Bayern und Schulen zugunsten einer qualitativen Bildung im Sinne von Humboldt sind auf Erfolgkurs.

Für die Mittelstufe kündigte Minister Spaenle ein Monitoring an. Es gehe u. a. darum, wie der Lehrplan am besten umgesetzt werden könne. Mit Blick auf die Einführung der Oberstufe bescheinigte Minister Spaenle den Gymnasiallehrkräften "Sie haben Gewaltiges geleistet". An dieser Leistung gelte es auch künftig in einem "Flaggschiff Gymnasium" anzuknüpfen, wie das Verbandsmotto lautet.


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