Hand in Hand auf dem Weg zu einer noch besseren Schule

Mit einem Appell an Lehrer, Eltern, Schüler und die Mitarbeiter der Schulaufsicht, die geplanten Maßnahmen zur Sicherung der Qualität der Bildung und ihre Entwicklung zu unterstützen, eröffnete heute Vormittag Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider den Fachkongress "Qualitätssicherung an Bayerns Schulen" in Eichstätt. Rund 500 Bildungsexperten, Pädagogen, Eltern und Schüler diskutieren zwei Tage lang in den Räumen der Katholischen Universität Eichstätt Instrumente, die Qualität von Bildung, Unterricht und Schule zu erheben und zu verbessern.

25.11.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Dabei geht es dem Bayerischen Kultusminister nicht darum, künftig die Leistung einzelner Lehrer oder Schulen zu kontrollieren. Die allermeisten Lehrkräfte leisten sehr gute Arbeit. Nur aufgrund dieser Tatsache und einer gelingenden Erziehungspartnerschaft zwischen Lehrern, Eltern und Schülern seien die Erfolge bayerischer Schülerinnen und Schüler bei den internationalen Vergleichstests möglich gewesen.

Ziel der geplanten Maßnahmen, zum Beispiel der internen und externen Evaluation, sei es, die schulorganisatorischen Abläufe, das Schulklima und den konkreten Unterricht zu optimieren, und zwar mit Blick auf das "Ergebnis", den Output. Als Grund für die nachhaltigen Bemühungen des Freistaats, die Bildungsqualität mit aussagekräftigen Daten zu erheben, zu sichern und weiter zu entwickeln, betonte der Minister: "In die internationale Spitze der Schülerinnen und Schüler vorzudringen, wie es in Bayern gelungen ist, ist ein erster Schritt. Aber es kostet ernorme Kraftanstrengungen, dort zu verbleiben." Bayerns Schüler hatten bei dem Ländervergleich PISA-E, dessen Ergebnisse Anfang November veröffentlicht worden war, im bundesdeutschen Ländervergleich in Lesen, Naturwissenschaften, Mathematik und Problemlösen den Platz 1 belegt.

Schneider machte aber deutlich, dass sein Bildungsbegriff nicht verengt auf Wissen und Kompetenzen abstellt: "Qualität von Bildung muss man umfassend sehen. Tests wie PISA und TIMSS sind ein wichtiger Teil. Zur Bildung aber gehören auch andere Bereiche, etwa der musisch-kreative." Der Kultusminister verwies in diesem Zusammenhang auf den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Bayerischen Verfassung. In Art. 131 werde die Aufgabe der Schule klar umrissen: Sie soll Wissen und Können vermitteln, aber auch Herz und Charakter bilden.

In dieser Position unterstützte den Minister die Augsburger Elternbeiratsvorsitzende Beate Schabert-Zeidler nachdrücklich. Die Elternvertreterin, die selbst dem Evaluationsteam an sechs bayerischen Schulen angehörte, unterstrich: "Eine gute Schule ist mehr als gute Noten." Der Position schloss sich auch Regina Pötke von der Stiftung Bildungspakt Bayern an, an der die Bayerische Wirtschaft maßgeblich beteiligt ist. "Die Wirtschaft hat Interesse an jungen interessanten Persönlichkeiten."

Einvernehmen hinsichtlich des Vorgehens herrschte zwischen Hochschullehrern wie Prof. Dr. Olaf Köller (Berlin), Schulleitern wie Hans Hertel von einer Realschule in Fürth, Beate Schabert-Zeidler, Regina Pötke sowie Minister Schneider im Vorgehen: Hand in Hand wird sich die Qualität der Schule und Bildung weiter verbessern. Überhaupt haben für Olaf Köller vom Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen die internationalen Vergleichstests erst die Brücke errichtet, dass "wir uns gegenseitig zuhören und auch miteinander an einem Strang ziehen." Er arbeitete heraus, dass erst die internationalen Tests ermöglicht haben, dass die Bundesländer sich auf Bildungsstandards verständigt haben.

Für den Fürther Realschulrektor Hertel gehört die Schulevaluation zu den "wichtigsten Aufgaben", die an einer Schule zu leisten sind. Beste Erfahrungen habe seine Schule gemacht, als sie als Pilotschule für die SINUS-Studie fungiert habe.

Am morgigen Vormittag wird der Koordinator des PISA-Ländervergleichs, der Kieler Bildungsforscher Prof. Manfred Prenzel, über die "Schule in Deutschland nach PISA II" berichten und Bayerns Kultusstaatssekretär Karl Freller wird den Blick auf die "Diagnose und Bewertung von Leistung und Eignung" lenken.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden