Hintergrundinformation zum Astronomieunterricht

Bereits vor vier Jahren, im Mai 2002, hat das Sächsische Kultusministerium entschieden, dass Astronomie den Schülern an Gymnasien und Mittelschulen zukünftig früher und fachübergreifend sowie fächerverbindend vermittelt wird. Dies passiert vornehmlich in Physik und Geografie.

28.04.2006 Sachsen Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Gründe

Durch eine fächerverbindende und fachübergreifende Vermittlung astronomischer Inhalte soll das vernetzte Denken der Schüler gefördert werden. Ein weiterer wichtiger Grund für die neue Organisation ist die Beseitigung von Bildungsungerechtigkeit, indem nun auch den jährlich rund 7.000 Hauptschülern astronomische Bildungsinhalte vermittelt werden. Bisher gab es Astronomie als Unterrichtsfach lediglich in der 10. Klassestufe, 1 Stunde wöchentlich und mit maximal 30 Gesamtstunden im Schuljahr. Damit war es das "kleinste" aller Unterrichtsfächer, das erst sehr spät im Schulleben wirksam wurde. Hauptschüler lernten durch das Verlassen der Schule zum Ende der 9. Klassenstufe, Gegenstände und Betrachtungsweisen des Faches Astronomie nicht kennen.

Mittelschule

Nach der neuen Regelung gibt es für die Schüler der Mittelschule in der 9. Klassenstufe 14 Pflichtstunden Astronomie in Physik. Auch aus diesem Grund gibt es für das Fach Physik 1 Wochenstunde mehr. Dazu kommen an der Mittelschule die so genannten Neigungskurse. Das sind rund 60 Stunden im Schuljahr, welche ebenfalls als Astronomiekurse genutzt werden können.

Gymnasium

Am Gymnasium gibt es in der 10. Klasse 18 Astronomiestunden regulär im Physikunterricht. Dazu kommen rund 7 Stunden in Geografie. Im naturwissenschaftlichen Profil sind in den Klassenstufen 8 bis 10 in zwei Lernbereichen insgesamt 49 Wochenstunden mit astronomischen Themenstellungen enthalten. Die Gymnasien können im Profilunterricht bis zu 50 % der Lerninhalte selbst bestimmen. So kann ein Gymnasium zum Beispiel in Klasse 8 weitere 42 Unterrichtsstunden für Astronomie nutzen.

Die Astronomie-Wahlgrundkurse in der 11. und 12. Klasse bleiben bestehen.

Praktisches Lernen

Die astronomischen Beobachtungen an den Schulsternwarten sowie die unterrichtliche Nutzung von Kleinplanetarien wird weiter uneingeschränkt möglich sein. Durch den Profilunterricht an den Gymnasien erweitern sich dafür die Möglichkeiten.

Lehrkräfte

Auch in Zukunft werden Astronomielehrer vorwiegend in Fächern mit ausgewiesenen astronomischen Anteilen (z. B. Physik) eingesetzt. Momentan gibt es an sächsischen Mittelschulen rund 75 und an Gymnasien rund 95 ausgebildete Astronomielehrer. Damit steht an jedem zweiten Gymnasium und jeder vierten Mittelschule ein ausgebildeter Astronomielehrer zur Verfügung. Nach alter Stundentafel wird demzufolge Astronomie zum Teil von Lehrern anderer Fächer unterrichtet.

Ländervergleich

Lediglich in Thüringen (Klasse 10) und Mecklenburg-Vorpommern (Klasse 9) ist Astronomie noch Pflichtfach mit einer Wochenstunde. In Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg können die Schulen in den Klassen 9 und 10 einen Wahlpflichtunterricht anbieten. In keinem der alten Bundesländer ist Astronomie ein Pflichtfach.

Details zur Integration astronomischer Bildungsinhalte in die Fachlehrpläne unter www.sachsen-macht-schule.de/smkmeld/hg_astro.pdf


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden