Gemeinsame Erklärung

"Integration als Chance"

Auf der heutigen Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) erörterten die Länder unter Leitung von Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner mit Vertreterinnen und Vertretern von Migrantenverbänden den Stand der Umsetzung der gemeinsamen Erklärung vom 13.12.2007 "Integration als Chance - gemeinsam für mehr Chancengleichheit." Die Erklärung wurde von Bildungssenator Zöllner während seiner Amtszeit als Präsident der KMK im Jahr 2007 initiiert. Im Fokus der Gespräche lag die Selbstverpflichtungserklärung der Länder und Verbände über die "Aktive Zusammenarbeit von Elternhaus und Bildungseinrichtungen im Sozialraum" sowie Maßnahmen des Nationalen Integrationsplans zur Sprachförderung an Kindertagesstätten.

15.10.2010 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Wie wichtig diese gemeinsame Erklärung und die darin enthaltenen Ziele sind, zeigen die nicht immer sachlichen Diskussionen der vergangenen Wochen und Monate. Erfolgreich werden wir in der Integrationspolitik nur sein, wenn es uns besser gelingt, die Eltern von der Bedeutung der vorschulischen und schulischen Bildung zu überzeugen und sie als Verbündete im Interesse ihrer Kinder zu gewinnen. Die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund haben große Potenziale gerade hinsichtlich ihrer interkulturellen Kompetenzen. Das Erlernen der deutschen Sprache ist aber Grundvoraussetzung dafür, dass dieses Potenzial zur Geltung kommt.

Im frühkindlichen Bereich hat Berlin wesentliche Pflöcke zur Stärkung der Sprachkompetenz ein-geschlagen. Dazu zählen die beschlossene Beitragsfreiheit der letzten drei Kita-Jahre vor der Einschulung, das bundesweit beachtete Bildungsprogramm für die Kita, das Sprachlerntagebuch und die verpflichtenden Sprachstandsfeststellungen nach dem vierten Lebensjahr mit anschließender verpflichtender gezielter Sprachförderung."

Zur Umsetzung der gemeinsamen Erklärung "Integration als Chance" ergriff Berlin gemeinsam mit den Migrantenorganisationen zahlreiche Initiativen. Beispielhaft stehen dafür:

1.) Der Ausbau des Sprachunterrichts für Eltern an den Volkshochschulen. Mit diesen Elternklassen verbessern sich sowohl die individuelle Sprachkompetenz als auch die Kenntnisse des Berliner Schulsystems, durch die eine tatsächliche Teilhabe möglich wird.

2.) Die engagierte Zusammenarbeit mit den Migrantenverbänden; sie vermitteln als außerschulische Kooperationspartner aktiv zwischen Schule und migrantischen Elternhäusern. Als besonders hilfreich erwies sich diese Kooperation während der Einführung der neuen Integrierten Sekundarschulen.

3.) Die Ausweitung des schulischen Ganztagsangebots durch die Schulstrukturreform, wodurch u. a. eine intensivere interkulturelle Bildung ermöglicht wird.

4.) Die Schulstrukturreform, die durch die Abschaffung der Hauptschule und der Schaffung eines längeren gemeinsamen Lernens ganz wesentlich Chancengerechtigkeit fördert, indem alle Jugendlichen an ihrer jeweiligen Schule alle Bildungsabschlüsse erreichen können.

5.) Die Beteiligung Berlins am Modellprojekt "Sprachförderung als gemeinsame Aufgabe von Kita, Schule, Eltern und außerschulischen Kooperationspartnern" FörMIG.

6.) Die Änderung des Berliner Schulgesetzes vom 25. Januar 2010, mit der die interkulturelle Öffnung aller Schulen verbindlich gemacht wurde. Ziel ist eine stärkere Berücksichtigung der kulturellen Vielfalt Berlins in Unterricht und Schulkultur.

7.) Das expandierende Programm START, mit dem begabte Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund gefördert werden (2007: 29 Stipendiaten in Berlin, 2010: 41 Stipendiaten in Berlin, für 2011 sind 70 Stipendien geplant).

8.) Die Etablierung eines Netzwerks für Lehrkräfte mit Migrationshintergrund, das sich zum Ziel gesetzt hat, Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II früh für ein Lehramtsstudium zu gewinnen. Sie werden von Mentorinnen und Mentoren mit Migrationshintergrund von der Schulzeit über das Lehramtsstudium bis in den Vorbereitungsdienst begleitet. Ziel ist, die kulturelle Vielfalt Berlins auch in das Lehrerzimmer zu bringen.

Das Gesamtpaket dieser strukturellen und maßnahmenbezogenen Ansätze wird zunehmend dazu beitragen, die 2007 verabschiedete Erklärung zur "Integration als Chance - gemeinsam für mehr Chancengleichheit" in Berlin weiter mit Leben zu füllen.

"Berlin positioniert sich damit als Vorreiter und Ideengeber für eine zukunftsgewandte, integrationspolitisch ausgerichtete Bildungsstrategie in Deutschland", betonte Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner.


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