„Wir brauchen Unterricht zur Wertevermittlung“
Wie lassen sich Hoffnung, Nächstenliebe und demokratische Prinzipien in der Schule vermitteln? Braucht es dafür noch Religionsunterricht? Und wie relevant ist Wertevermittlung für Kinder und Jugendliche angesichts multipler Krisen? Um diese Fragen dreht sich das bildungsklick-Interview mit Dorothee Feller.
22.04.2026 Bundesweit Artikel Anna PetersenDie nordrhein-westfälische Schulministerin sagt, was guten Religionsunterricht aus ihrer Sicht ausmacht und wie sie die Demokratiebildung an Schulen in NRW beurteilt. Außerdem spricht die Ministerin mit Anna Petersen über den sich abzeichnenden Mangel an Religionslehrkräften und den teils kritischen gesellschaftlichen Blick auf Kirche.
Anna Petersen: Frau Ministerin, Ethik oder Religion? Welches Fach hatten Sie in der Schule, und warum?
Dorothee Feller: Ich hatte Religion, weil ich aus einem katholischen Haushalt komme und damals katholischer Religionsunterricht an den Schulen angeboten worden ist. Und dann stand das auch gar nicht zur Debatte, dass ich da auch hingehe.
Wird religiöse Bildung für Kinder und Jugendliche angesichts ja auch krisenhafter Zeiten wichtiger?
Religiöse Bildung – wie überhaupt, glaube ich, Wertevermittlung – ist schon wichtig, weil wir merken ja zum einen, dass unsere Schülerinnen und Schüler sich durchaus psychisch belastet fühlen auf der einen Seite und auf der anderen Seite auch eben, dass sie durch die Krisen in der Welt auch verunsichert sind. Das hat auch Auswirkungen auf unsere Schülerinnen und Schüler. Und deswegen ist es, glaube ich, schon wichtig, dass wir dieses Phänomen, diese Entwicklung ernst nehmen und auch entsprechend in Schulen darauf reagieren mit entsprechenden Materialien und Unterrichtsfächern.
Was macht denn einen guten Religionsunterricht aus Ihrer Sicht aus?
Ein guter Religionsunterricht vermittelt Werte. Wir müssen ja immer gucken: Unterschied Religionsunterricht und Religionskunde. Und wenn wir von richtigem Religionsunterricht gehen, dann geht es ja darum auch, aus meiner religiösen Sicht, aus meinem Glauben heraus Dinge zu verstehen. Es ist ja mehr, als nur über eine reine Religion zu informieren und aus dieser Haltung heraus eben Werte zu vermitteln. Und es muss so sein, dass wir gerade jungen Menschen, gerade in der heutigen Zeit, wo ja auch Kirche kritisch gesehen wird, wo ein Großteil der Bevölkerung eben nicht mehr in der Kirche ist, dass wir ihn so gestalten, dass er wirklich auch die jungen Menschen berührt und sie davon auch angetan sind und sagen, das ist ein sinnvoller Unterricht für mich.
Ist religiöse Bildung – das klang jetzt schon so ein bisschen bei Ihnen an – insofern auch demokratiestärkend, wenn er gut gemacht ist?
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