Digitales Lernen: „Wir müssen weg von diesen Projektzyklen“
Susanne Beckmann verantwortet in Bielefeld die Digitalisierung der Schulen. Über den Status quo, den Digitalpakt, pädagogische Voraussetzungen und bestehende Herausforderungen hat die Schulamtsleiterin auf der didacta mit Redakteurin Anna Petersen gesprochen.
03.06.2026 Bundesweit Artikel Anna PetersenIm bildungsklick-Interview berichtet Beckmann zudem über Best-Practice-Beispiele und den Wert von Netzwerktreffen wie der didacta.
Anna Petersen: Frau Beckmann, Sie verantworten in Bielefeld ja die Digitalisierung der Schulen. Wie beurteilen Sie denn den Status quo?
Susanne Beckmann: Der Digitalpakt I hat, ja, ich sage mal, einen Innovationsschub gegeben natürlich in Bielefeld. Die Schulen sehe ich wirklich gut aufgestellt, mit Infrastruktur ausgestattet. Wir haben die Schulen mit WLAN versehen. Wir haben natürlich auch Präsentationsmedien in die Schulen gebracht. Wir haben die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler mit entsprechenden mobilen Endgeräten versehen. Da sehe ich uns wirklich gut aufgestellt. Und jetzt muss dann eben der Digitalpakt 2.0. die weiteren Schritte bringen.
Wo sehen Sie denn die größten Herausforderungen für digitale Bildung?
Die größten Herausforderungen sind momentan nicht mehr die Ausstattung, sondern tatsächlich: Wie setzen wir das Ganze jetzt auf? Was muss sich da verändern, um tatsächlich auch digitales Lernen zu ermöglichen? Und da braucht es natürlich auch ein Mitnehmen der Lehrkräfte. Das muss sich dann natürlich auch in der Pädagogik widerspiegeln, um digitales Lernen tatsächlich auch zu verbessern.
Sie haben ja gerade das Stichwort Digitalpakt schon gegeben. Jetzt haben wir den Digitalpakt 2.0. nach doch zähen Verhandlungen, muss man sagen. Wie beurteilen Sie den?
Wie gesagt, der Digitalpakt I hat einiges gebracht: Der hat die Infrastruktur in die Schulen gebracht. Da haben wir eine gute Basis geschaffen an der Stelle. Der Digitalpakt 2.0. muss jetzt tatsächlich weitere Aspekte bringen und zwar eine kontinuierliche Finanzierung für die Kommunen. Darüber hinaus muss der Digitalpakt natürlich im Rahmen dieser Finanzierung auch sicherstellen, dass IT-Support durchgängig durchgeführt werden kann. Wir brauchen eine Nachhaltigkeit an der Stelle, weil wir die Geräte natürlich auch ersetzen müssen. Also, ein digitales Endgerät hat eine Lebensdauer von vier bis sechs Jahren, und da muss dann natürlich auch ein Reinvest stattfinden. Darüber hinaus muss das Ganze in die pädagogischen Lehrpläne natürlich auch umgesetzt werden und dafür braucht es dann auch einen entsprechenden Kompetenzaufbau bei den Lehrkräften. […]
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