IQB-Ländervergleich

Künstlerische Fächer dürfen nicht das Opfer sein

Heute wurde von der Kultusministerkonferenz in Berlin der Ländervergleich in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern vorgestellt. Drei Jahre nach der Veröffentlichung des Ländervergleichs zu den sprachlichen Kompetenzen liegen nunmehr Daten zu den Kompetenzen von Schülern in Mathematik und Naturwissenschaften vor.

11.10.2013 Pressemeldung Deutscher Kulturrat e.V.

Wie zahlreiche Bildungsstudien zuvor, zeigt sich auch im vorliegenden Ländervergleich zu Mathematik und Naturwissenschaften, dass die soziale Herkunft und der Zuwanderungshintergrund einen signifikanten Einfluss auf den Kompetenzerwerb in diesen Fächern haben. Hier wird Deutschland seit Jahren in zahlreichen Studien ein Spiegel vorgehalten, der inzwischen erheblichen Handlungsdruck bei den Ländern erzeugen sollte.

Erfreulich ist das gute Abschneiden ostdeutscher Länder im Ländervergleich. Diese Länder scheinen nach wie vor von einer guten Ausbildung von Mathematik- und Naturwissenschaftslehrern in der ehemaligen DDR zu zehren. Zudem scheint die Stabilität im seit 1990 eingeführten zweigliedrigen Schulsystem ebenso einen Beitrag zu dem Ergebnis zu leisten, wie der geringe Anteil an Schülern mit Zuwanderungsgeschichte in diesen Ländern.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: "Quantitative Bildungsstudien können Hinweise geben, in welchen Bereichen des Bildungswesens es hakt und wo Verbesserungen von Nöten sind. Sie müssen aber differenziert betrachtet werden. Aus dem vorliegenden Ländervergleich vorschnell zu schließen, alle Länder müssten in der Schule Mathematik und Naturwissenschaft einen noch höheren Stellenwert einräumen, schießt weit über das Ziel hinaus. Eine fundierte Schulbildung setzt Kompetenzen in allen Disziplinen voraus, dazu gehören zweifelsohne Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaft. Einen ebenso hohen Stellenwert haben aber auch darstellendes Spiel, Kunst und Musik. Diese Fächer dürfen nicht weiter an den Rand gedrängt werden, sondern müssen mit ebensolcher Ernsthaftigkeit ihren Platz im Schulalltag haben, wie andere Disziplinen. Die Forderung einiger Politiker, als Konsequenz aus dem IQB-Ländervergleich, dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht an den Schulen Priorität einzuräumen, weisen wir deshalb mit Nachdruck zurück."


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