Kultusministerin Karin Wolff erfreut über Ergebnisse von IGLU 2006 – Dank an die Grundschullehrkräfte
Anlässlich der heutigen Veröffentlichung der Ergebnisse der zweiten internationalen IGLU-Grundschulstudie freute sich Hessens Kultusministerin Karin Wolff über die guten deutschen Ergebnisse im internationalen Grundschulvergleich: "Die vielfältigen Anstrengungen der letzten Jahre gerade im Bereich der Grundschule zeichnen sich jetzt für die Schulkinder und die Eltern aus. Innerhalb von fünf Jahren haben die deutschen Schülerinnen und Schüler ihre Leseleistungen erheblich verbessert. An diesem Ergebnis haben die hessischen Schulen einen großen Anteil, denn in kaum einem anderen Bundesland wurde so engagiert die Frühförderung von Schulkindern intensiviert." Dabei sei die Einführung von Orientierungsarbeiten für die Grundschule und die landesweite Durchführung von Sprachkursen für Kinder mit Migrationshintergrund noch vor der Einschulung gegen den erbitterten Widerstand der Opposition durchgesetzt worden.
28.11.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen"Wie richtig es gewesen ist, konsequent an dem Ziel einer bestmöglichen individuellen Förderung für jedes Kind festzuhalten, zeigt sich durch die Ergebnisse der aktuellen IGLU-Studie", unterstrich Wolff. Gerade in dem entscheidenden Bereich der Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund sei Hessen bundesweit Vorreiter und Spurgeber, was auch daran deutlich wird, dass inzwischen viele Länder dem hessischen Vorbild gefolgt sind und Deutsch-Vorlaufkurse noch vor Beginn der Grundschulzeit eingerichtet haben. Aber auch die konsequente Förderung der Lesekompetenz und die Stärkung des naturwissenschaftlichen Unterrichts seien wichtige Schritte gewesen, die das heutige Ergebnis mit ermöglicht haben.
Das strategische Ziel I der Landesregierung, das fordert, dass am Ende des zweiten Grundschuljahres alle Schülerinnen und Schüler altersgemäße Texte sinnerfassend lesen können, wurde seit dem Schuljahr 2004/2005 an den hessischen Grundschulen konsequent umgesetzt. "Das deutlich bessere Abschneiden der Schülerinnen und Schüler zeigt auch, mit welcher Einsatzfreude unsere Grundschullehrkräfte ihre Schüler unterrichten und fördern. Ich bedanke mich bei den hessischen Lehrerinnen und Lehrern für diese große Leistung", erklärte Wolff am Mittwoch in Wiesbaden.
Hessen hat in den letzten fünf Jahren eine Vielzahl an Reformen an hessischen Grundschulen umgesetzt, wie beispielsweise die Vorverlegung der Schulanmeldung - verbunden mit der Einführung eines Sprachstandstests und der Einrichtung von Deutsch-Vorlaufkursen als erstes Bundesland im Jahr 2002; den konsequenten Ausbau von Betreuungsangeboten für mittlerweile rund 90 Prozent der Grundschulen; die Erhöhung der Stundentafel in der Grundschule um fünf Stunden zur primären Stärkung des Deutsch- und Fremdsprachenunterrichts; die Ausweitung des Lehrerbildungsprogramms im Rahmen der SINUS-Initiative zur Stärkung des naturwissenschaftlichen und mathematischen Unterrichts und die Initiativen zur Leseförderung. Um aber auch die vorschulische und schulische Bildung besser miteinander zu verzahnen, entwickelte Hessen im Jahr 2004 den Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10. Damit wird Bildung nicht mehr auf einen Altersabschnitt begrenzt, sondern im Zusammenhang der gesamten kindlichen Entwicklung zwischen dem ersten und zehnten Lebensjahr gesehen.
"Wir haben die teilweise erschreckenden Ergebnisse von PISA 2001 aufgenommen und konsequent die Qualität des Unterrichts verbessert. Der heutige Tag ist ein klares Signal, dass Hessen damit auf dem richtigen Weg ist", so die Ministerin. Man dürfe sich aber nicht auf dem bisher Erreichten ausruhen, sondern ganz im Gegenteil weiter an einer Steigerung der Unterrichtsqualität und dem Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler arbeiten. Wichtig sei dabei vor allem eine noch intensivere individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern sowie gezieltes Arbeiten mit Kindern aus bildungsfernen Schichten und Kindern mit Migrationshintergrund. Der gestiegene Anteil von ausländischen Schülerinnen und Schülern an den Realschulen und Gymnasien belegt klar die Wirksamkeit der hessischen Förderkonzepte und beweist, dass an den hessischen Grundschulen hervorragend gearbeitet wird.
Hintergrund
Im Jahr 2001 beteiligten sich 35 Staaten, mehrheitlich Mitgliedsstaaten der OECD, erstmals an der "Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung" (IGLU). Untersucht wurde hierbei im internationalen Teil die Lesekompetenz von Schülerinnen und Schüler in der vierten Jahrgangsstufe. Insgesamt 28 Staaten haben an beiden IGLU-Studien (2001 und 2006) teilgenommen.
Deutschland war an beiden Erhebungen beteiligt, wobei im Gegensatz zur Erhebung in 2001 im Jahr 2006 alle Bundesländer an der nationalen Zusatzuntersuchung teilnahmen. Hessen zählte sowohl 2001 als auch 2006 zu den Teilnehmern des Bundesländervergleichs. Die entsprechenden Länderergebnisse werden jedoch erst im Verlauf des Jahres 2008 vorliegen.
Die Daten der IGLU-Studie sollen die Bildungsverwaltungen mit dem erforderlichen Systemwissen im Sinne eines Monitorings ausstatten, die zur Steuerung einer Qualitätsentwicklung an Grundschulen erforderlich sind.
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