Nachhaltige Prägung in der Ferne

Eine aktuelle AFS-Studie zeigt, dass ein Auslandsaufenthalt Schüler ihr ganzes Leben lang positiv beeinflussen kann. Sie bilden dabei insbesondere soziale und interkulturelle Kompetenzen aus.

10.10.2008 Pressemeldung AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.

Reisen bildet, und ein Schüleraustausch macht offener für fremde Kulturen. Diesen Zusammenhang hat die internationale Jugendaustauschorganisation AFS nun erstmals anhand einer umfassenden Studie nachgewiesen. Sie zeigt, dass viele ehemalige AFS-Teilnehmer, verglichen mit ihren Altersgenossen, mehr und intensivere Kontakte zu Menschen anderer Kulturen pflegen. Mehr als ein Drittel von ihnen waren in ihrem späteren Leben noch einmal zum Studium im Ausland (gegenüber 22 Prozent der Menschen ohne AFS-Erfahrung). Für die Untersuchung zu den Langzeiteffekten von Auslandsschuljahren ließ AFS 2431 Personen befragen, darunter 1920 ehemalige Programmteilnehmer aus 15 Ländern, die in den Jahren 1980 bis 1986 ein Auslandsjahr absolviert haben, außerdem 511 Personen mit einem vergleichbaren soziodemographischen Hintergrund. Die Studie zeigt, dass die Auswirkungen der interkulturellen Erfahrungen nicht nur auf den Auslandsaufenthalt selbst beschränkt sind, sondern noch lange danach fortdauern. Selbst nach 20 oder 25 Jahren unterscheiden sich die "Ehemaligen" in ihren persönlichen Qualifikationen deutlich von Altersgenossen ohne derartige Auslandserfahrung.

Die AFS-Langzeitstudie liefert erstmals auf breiter Basis grundlegende Erkenntnisse zur interkulturellen und sozialen Prägung, sprachlichen und sozialen Kompetenz sowie zur interkulturellen Sensibilität von Austauschschülern. So sind ehemalige Austauschschüler beruflich deutlich stärker in Bereichen aktiv, die Kontakte zu anderen Kulturen mit sich bringen. Weniger überraschend ist die Feststellung, dass deutlich mehr ehemalige Austauschschüler (85 Prozent) eine Fremdsprache fließend sprechen als die Vergleichsgruppe der "Daheimgebliebenen" (50 Prozent). Mehr als ein Drittel der AFSer spricht sogar zwei Fremdsprachen fließend. Ehemalige Programmteilnehmer, die heute in sozialen Berufen arbeiten, gehen offener auf Menschen aus anderen Kulturen zu. Gleichzeitig knüpfen sie leichter Kontakte mit Menschen aus anderen Ländern und haben auch deutlich mehr ausländische Freunde (33 Prozent) als die Personen der Vergleichsgruppe (23 Prozent).

Im Rahmen der internationalen Bildungskonferenz "Moving beyond Mobility", die vom 13. bis 14. Oktober 2008 in Berlin stattfindet, stellt AFS die ausführlichen Ergebnisse vor.

Über AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.

Die deutsche Jugendaustauschorganisation arbeitet gemeinnützig und ist Träger der freien Jugendhilfe. Die Zentrale sowie ein Regionalbüro haben ihren Sitz in Hamburg; in Berlin, Wiesbaden und Stuttgart gibt es weitere Regionalbüros. Neben dem Schüleraustausch ermöglicht AFS die Teilnahme an Freiwilligendiensten im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich. Der Verein finanziert sich aus den Teilnahme- und Vereinsbeiträgen, durch Spenden, Stiftungsmittel und öffentliche Gelder. In diesem Jahr feiert AFS in Deutschland unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen 60-jähriges Jubiläum mit zahlreichen lokalen und überregionalen Aktivitäten.


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